Rückblick und Ausblick

Mein letzter Beitrag hörte grad vor Weihnachten auf und ich möchte dir den Rest des Jahres 2024 nicht vorenthalten. Gleichzeitig gibt es in diesem Beitrag aber auch noch einen Ausblick darauf, was nach den Sommerferien bei uns geschehen wird. Aber jetzt musst du dich noch ein bisschen gedulden, ich erzähle zuerst von Weihnachten und Neujahr. 🙂

Weihnachten war wunderbar! Am 24. Dezember hatten wir zuerst einen Gottesdienst im Korps und anschliessend feierten wir Weihnachten bei uns zu Hause. Siggi kochte isländisches Weihnachtsessen (das ist bei uns unterdessen Tradition): Schweinsrücken, caramellisierte Kartoffeln, Rotkraut, Erbsen und Mais aus der Dose und eine knallfeine Sauce. Zum Dessert gab es, auch sehr traditionell, Ananasfromas. Das ist eine Art Pudding mit Ananasgeschmack. Im Fromas war eine Mandel versteckt und wer die Mandel fand, erhielt ein kleines Geschenk. Bei uns war es Siggi, der die Mandel fand und das Geschenk war ein Rummyspiel. Geschenke gab es auch sonst eine Menge und ich möchte mich hier nochmal bei allen bedanken, die uns durch meine Eltern ein Geschenk haben zulassen kommen. Wir waren sehr berührt und fühlten uns gesegnet, dass so viele Leute an uns dachten. 🙂

Das Weihnachtsessen “in the making”
Weihnachtstisch

Der 25. Dezember war ein ruhiger Tag mit Restenessen und erholen. Am 26. Dezember fuhren wir mit hangikjöt (sprich: haunggikjöt) zu Hannes und Birna nach Haugesund. Hangikjöt ist auch eine isländische Spezialität, es ist doppelt geräucherte Lammkeule. Diese isst man mit einer süssen weissen Sauce (eine Art Béchamelsauce mit Zucker), Kartoffeln, Erbsen und Rotkraut.

Vom Weihnachtsbaumfest habe ich dir ja schon erzählt, das war am 29. Dezember. Obwohl ich keine offiziellen Ferien hatte, konnte ich zwischen Weihnachten und Neujahr ein bisschen frei machen. Wir hatten den ganzen Dezember bis am 24. durchgearbeitet und es tat gut, eine kleine Verschnaufpause einzulegen.

Neujahr feierten wir auch bei uns zu Hause, mit gutem Essen (Steak Wellington) und Feuerwerk. Zum Dessert gab es Brownies und Vanilleglace. Ja ja, diese Brownies… Ich muss wohl diese Geschichte erzählen, sie ist zu gut um sie geheim zu halten. 😉
Die Brownies waren fertig gebacken und ausgekühlt als wir mit einem Scherenschnitt und Puderzucker noch ein schönes Muster darauf pudern wollten. Papi schnippelte einen schönen Scherenschnitt und ich gab Mami die Büchse, die ich für Puderzucker hielt. Leider enthielt sie nicht Puderzucker, aber das kommt noch. Als wir also die Brownies schön verziert hatten, machten wir noch ein paar Fotos und zündeten die Wunderkerzen an die wir reingesteckt hatten. Papi war der erste, der von den Brownies probierte und er war etwas überrascht, dass der “Puderzucker” nicht süss war. Er probierte noch ein bisschen davon und sagte dann: “Das ist komischer Puderzucker, der ist nicht süss. Der schmeckt eher salzig.” – “Salzig?”, fragte ich. Wobei ich mir nicht vorstellen konnte, dass ich aus Versehen fein gemahlenes Salz genommen haben sollte, das habe ich nämlich nicht im Haus. “Ja, ich glaube das ist etwas anderes, auf jeden Fall nicht Puderzucker.” Ich ging in die Küche und holte die Büchse hervor die Puderzucker enthalten sollte. “Bakepulver” stand darauf. Also Backpulver! Ich hatte den Puderzucker mit dem Backpulver verwechselt! Wir lachten ziemlich, klopften das Backpulver von den Brownies und assen sie trotzdem. 😀 Ein bisschen Backpulver schadet zum Glück nicht, es ist sogar gut für die Verdauung. 😉

Selfie mit Backpulver-Brownies und Wunderkerzen 2025
Und hier brennen die Wunderkerzen 🙂 Und wir sind noch in seliger Unwissenheit 😉

Wir verabschiedeten das Jahr 2024 mit Feuerwerk und hiessen gleichzeitig das neue Jahr willkommen! Es war ein ziemliches Rabalder in der ganzen Stadt, das ist in Norwegen und Island Tradition. Nachdem wir angestossen und ein bisschen gefeuerwerklet hatten, gingen wir wieder rein und dann bald schon mal ins Bett.

Feuerwerk
Siggi mit Wunderkerze
Ich mit Wunderkerzen
Mami und Papi mit Wunderkerzen (ja, wir hatten eine Menge Wunderkerzen)

Nach Neujahr begann der Alltag bald wieder und ich hatte noch einiges nachzuholen, das ich vor Weihnachten versäumt hatte. Aber wir genossen auch die Zeit mit meinen Eltern, besuchten unter anderem das Erdölmuseum in Stavanger und natürlich auch ein paar Strickläden. 😉 Cafébesuche waren auch fast an der Tagesordnung. 🙂

Selfie im Café Flamingo in Stavanger

Und es gab sogar noch ein bisschen Schnee! An einem der schönen Tage mit Schnee machten wir einen Spaziergang um das Stokkalandsvatnet (ja, genau der kleine See, um den ich schon mit Sarah spaziert bin).

Selfie in der Sonne
Mami und Papi am Stokkalandsvatnet

Am 6. Januar feierten wir Dreikönigstag nach schweizer Tradition. Mami und ich backten einen Dreikönigskuchen und Papi bastelte eine Krone. Wir assen den Dreikönigskuchen zum Brunch und ich wurde die glückliche Königin. 😀 Ich befahl, dass Siggi mich den ganzen Tag nur noch mit “Ihre Majestät” anreden durfte. 😉

Dreikönigskuchen ohne Krone
und mit Krone
Königin mit Diener 😉

Ende Januar waren Siggi und ich dann ja an einem Kurs in Moss, wie ich im letzten Artikel geschrieben habe und da hiess es auch Abschied nehmen von meinen Eltern. Das war nicht einfach. Aber es war gut für mich, dass wir mit anderen Leuten an einem anderen Ort waren und nicht einfach nur zu Hause. Und glücklicherweise kamen meine Eltern gut in der Schweiz an.
Der Kurs war sehr bereichernd und interessant und wir reisten gestärkt nach Sandnes zurück.

Bereits in der Woche darauf bekamen wir erneut Besuch! Diesmal war es Karlotta, Siggis Tochter, und ihr Freund Þorgeir (sprich: THorgeir wie mit einem englischen th). Sie blieben zehn Tage bei uns und wir machten auch mit ihnen noch ein paar Ausflüge. Siggi hatte sich ein paar Tage frei genommen, um besser Zeit für unsere Gäste zu haben. Wir waren unter anderem auf einem Riesenrad, das hier in der Nähe stationiert ist, waren am Strand und schauten uns dort die alten Bunker an.

Selfie auf dem Riesenrad
Karlotta und Þorgeir auf dem Riesenrad
Das Riesenrad bei Nacht
Am Strand
Siggi und Þorgeir mit einem Bunker aus dem zweiten Weltkrieg

Erstaunlicherweise hatten Karlotta und Þorgeir nur schönes Wetter während sie hier waren. Zehn Tage mit Sonnenschein ist für Sandnes im Februar ungewöhnlich. Obwohl es kalt war, war es absolut genial so schönes Wetter zu haben! Leider ging auch diese Zeit viel zu schnell vorbei. Es war wieder nicht ganz einfach, Abschied zu nehmen, diesmal vor allem für Siggi. Aber auch ich musste ein paar Tränen verdrücken. Ich mag Abschiede nicht…

Ja, jetzt sind Siggi und ich schon wieder knappe zwei Wochen allein und der Alltag ist fast eingekehrt. Heute war aber ein aussergewöhnlicher Tag, weil wir heute unseren offiziellen Marschbefehl erhielten. Siggi und ich werden im Juni Sandnes verlassen und nach Kongsvinger ziehen! Wir freuen uns sehr auf diese Herausforderung, auch wenn es bedeutet, mehr Verantwortung zu übernehmen. Wir haben das Korps Kongsvinger mit der Offiziersschule schon mal besucht, und Siggi sagte da “Dieses Korps möchte ich gerne mal leiten!” Und schau da! Kommen wir doch nach zwei Jahren als assistierende Korpsoffiziere nach Kongsvinger. 😀 Wir haben bereits sehr viele freundliche und freudige Willkommensgrüsse erhalten. 🙂 Es ist ermutigend, so viele positive Reaktionen  zu erhalten. 🙂

Kongsvinger ist eine kleine Stadt nordöstlich von Oslo, ungefähr eineinhalb Stunden Autofahrt von Oslo entfernt. Sie liegt nahe der schwedischen Grenze und hat trotz ihrer Grösse viel zu bieten. Hier kannst du dich noch weiter schlau machen, wenn es dich interessiert:

Kongsvinger – Wikipedia

Man merkt, dass Kongsvinger ziemlich viel kleiner ist als Sandnes. Nicht einmal drei Stunden nachdem unser Wechsel nach Kongsvinger öffentlich wurde, rief mich ein Journalist einer Zeitung von Kongsvinger an und fragte, ob er ein Interview mit uns machen dürfe. Wir sind schon prominent bevor wir ankommen! 😉

Wir werden in ein ziemlich grosses Haus am Rand der Stadt ziehen und haben reichlich Platz um Gäste zu empfangen. Du bist also auch dort herzlich willkommen! Die neue Adresse lautet: Bregnevegen 11, 2208 Kongsvinger. Aber Achtung, diese Adresse gilt erst ab Juli 2025!

Spannend ist auch, dass Trude, unsere Freundin aus der Offiziersschule, nach Lillestrøm (sprich Lilleström) ziehen wird und wir sozusagen “Nachbarn” werden (nicht ganz, immerhin ist es doch noch über eine Stunde Autofahrt entfernt. Aber was ist das schon, verglichen mit den sieben Stunden die sie jetzt entfernt ist!)

Auch Sandnes wird nicht ganz verlassen sein. Eine der jetzigen Kadetten, Christine Risan, wird unsere Stelle in Sandnes übernehmen. Sie ist eine sehr positive und aufgestellte junge Frau (in meinem Alter), die Jesus von Herzen liebt und ihm dienen will. Ich freue mich, dass sie nach Sandnes kommt, sie wird eine Bereicherung für das Korps und die Stadt sein!

Einige der Fotos im heutigen Artikel sind übrigens von meinen Eltern gemacht. Und das Beitragsbild ist aus einem Bunkerfenster heraus aufs Meer und eine kleine Insel gefötelet.

Rückblick auf den Herbst

Endlich möchte ich dir etwas mehr über unseren Herbst erzählen. Wir haben Schönes, aber auch sehr Schwieriges erlebt. Das Schönste waren die Besuche meiner Gymerfreundin Sarah, die im Oktober eine Woche bei uns war, und meiner Eltern, die Mitte Dezember kamen und nächste Woche wieder abreisen.

Mit Sarah habe ich einige Ausflüge gemacht und die Zeit mit ihr genossen. Bevor ich jedoch dazu kam, dir über diesen schönen Besuch zu erzählen, erhielt Siggi einen Anruf, dass seine biologische Mutter (nicht Erla) auf tragische Weise verstorben ist. Sein Halbbruder hat sie mit dem Messer auf brutale Art erstochen. Er hatte dabei alles mögliche an Drogen und auch Alkohol im Blut. Ausserdem war er gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war im Gefängnis weil er seine Mutter vor zwei Jahren krankenhausreif geschlagen hat. Der Tod von Siggis Mutter hat den Rest des Herbstes und auch die Zeit bis jetzt geprägt. Es ist für Siggi immer noch zeitweise sehr schwierig, vor allem weil die Sache in den isländischen Medien immer wieder auftaucht. Er hat viel gute Hilfe erhalten, unter anderem vom CareTeam in Sandnes und unserem Hausarzt, aber wir sind immer noch sehr dankbar für Fürbitte und das an uns denken. An der Beerdigung waren wir digital dabei, da eine Reise nach Island so kurzfristig ziemlich teuer gewesen wäre und auch, weil die Familiensituation das Ganze eher verschlimmert als geholfen hätte.

Es ist ein ständiges Auf und Ab, manchmal geht es uns gut und manchmal sind die Tage schwierig. Dass meine Eltern jetzt zu Besuch sind, hilft natürlich ungemein! Es ist wunderbar, sie hier zu haben und mit ihnen Hochs und Tiefs teilen zu können.

In meinem heutigen Beitrag möchte ich den Herbst in chronologischer Reihenfolge erzählen und dir auch ein paar Bilder von Sarahs Besuch zeigen:

Ein Spaziergang rund um das Stokkalandsvatnet (sprich: “S-tokkalandsvatne”)
Foto der Fotografin 🙂
Der Herbst zeigte sich von seiner besten Seite
Die erste Wanderung ging auf den Dalsnuten (sprich: “Dalsnüten”). Aussicht von fast oben
Der Gipfel, hinter dem typischen Steingebilde haben wir unser Picnic gegessen. Dort hatten wir etwas Windschatten
Das Gipfelselfie durfte natürlich nicht feheln 😉
Preikestolen
Noch nie habe ich diesen imposanten Felsen ohne Leute gesehen. Es war ein wunderbares Erlebnis, vor allem auch mit dem Lichtspiel!
Sarah auf dem ansonsten menschenleeren Preikestolen
Auch hier musste natürlich ein Gipfelselfie sein 😀
Auf dem Nachhauseweg noch ein kleiner Abstecher zu den Domsteinane. Dieser Steinkreis stammt wahrscheinlich aus der Steinzeit, es ist aber nicht bekannt zu welchem Zweck er erbaut wurde
Nach der Wanderung auf den Preikestolen ging es ab in die Sauna bei einem wunderschönen kleinen See. Nach der Sauna hiess es im See baden (Sarah)…
Oder im kalten Bad daneben (Siggi). Ich begnügte mich mit der kalten Dusche 🙂
Ein Besuch im Steinzeitmuseum war eher enttäuschend, da es geschlossen war und wir die Häuser nur von aussen ansehen konnten
Nicht einmal die Schafe liessen sich beeindrucken 😉 Es sind norwegische Wildschafe, aber so wild wirkten sie nicht. Sie liessen sich auf jeden Fall von uns nicht aus der Ruhe bringen

Der Besuch von Sarah war eigentlich viel zu kurz und wir hätten gerne noch ein paar weitere Tage mit ihr verbringen können. 🙂 Es war eine echte Freude, sie hier zu haben. Unser Gästezimmer darf auch von dir benutzt werden, falls es dich mal auf Norwegen verschlägt. 🙂

Nach Oktober kommt November und am 1. November ist Allerheiligen, der in Norwegen immer am ersten Sonntag im November gefeiert wird. In der Heilsarmee Sandnes hatten wir einen Gedenkgottesdienst für alle diejenigen, die seit dem letzten Allerheiligen gestorben sind. Wir lesen diese Namen laut und es gibt auch die Möglichkeit eine Kerze anzuzünden. Dieser Tag war schwierig für uns, da es noch nicht lange her war, dass Siggis Mutter gestorben war. Siggi entschied sich, zu Hause zu bleiben. Ich ging und zündete eine Kerze für seine Mutter an.

Viele zündeten eine Kerze an, ich war nur nicht schnell genug, um das Foto zu machen, bevor sie wieder ausgeblasen wurden

Nach dem Allerheiligen kamen auch schon bald die Vorbereitungen für die Adventszeit. Siggi und ich kauften verschiedene Dinge ein um einen richtig schönen traditionellen Adventskranz zu basteln. Am Schluss hatten wir so viele Dinge, dass es für zwei Kränze reichte. 😉 Es war schön, einen traditionellen Adventskranz im Haus zu haben, der uns daran erinnert, dass Gott Mensch wurde, um uns von allen Leiden zu erlösen. Diese Botschaft wurde im Licht der Tragödie in Siggis Leben noch wichtiger für uns.

Adventskranz 1
Adventskranz 2

Welcher Kranz gefällt dir besser?
Auch in der Heilsarmee hatten wir einen grossen Adventskranz und eine Krippe mit Figuren neben dem Podium.

Adventskranz in der Heilsarmee
Weihnachtskrippe

Auch aussen schmückten wir das Haus weihnachtlich. Es tat gut, so viele Lichter um sich zu haben, wenn es doch zeitweise ziemlich dunkel war.

Lichterkette am Treppengeländer hinauf zu unserer Eingangstür

Ende November fiel auch der erste Schnee und verschönerte die sonst trübe und graue Landschaft in ein Winterwunderland. Ich MUSSTE einfach raus und ein paar Fotos machen. Hier eins davon:

Winterlandschaft am Stokkalandsvatnet

Mit dem Advent kam auch dieses Jahr wieder die Topfkollekte und wir hatten jede Menge zu tun. Auch hatten wir dieses Jahr wieder Weihnachtsverteilung, bei welcher Paare, Familien und Alleinstehende in einer finanziell schwierigen Situation, Hilfe erhielten. Vor der Verteilung geschah allerdings noch etwas sehr Erfreuliches: meine Eltern kamen nach Norwegen! Wir sind beide unglaublich froh und dankbar für ihren Besuch. 🙂 Sie haben uns die schwierige Zeit etwas leichter gemacht und mit ihrer Art unser Haus mit Freude, Liebe, Wärme und viel Lachen erfüllt. Wir fühlen uns gesegnet, sie so lange bei uns haben zu dürfen und ich denke mit Wehmut daran, dass sie nächsten Montag wieder abreisen. Aber so lange sie noch da sind, werde ich die Zeit noch auskosten. 🙂

Topf im Maxi-Einkaufzentrum
Unser Weihnachtsbaum
Selfie vor dem Weihnachtsbaum 🙂

Ja, Siggi hat seit ungefähr November eine Lesebrille und ich finde, sie steht ihm extrem gut. 😀

Nächste Woche reisen Siggi und ich wieder einmal nach Jeløy an einen Kurs. Wir studieren ja immer noch 20% berufsbegleitend um einen Bachelor in Theologie zu erwerben. Für dieses Studium hatten wir anfangs Dezember auch noch eine Prüfung (zu allem anderen dazu). Glücklicherweise ging es gut und wir bestanden beide. 😀 Dieses Semester geht es weiter mit “Globalem Christentum”. Ehrlich gesagt, würde ich lieber nicht mehr weiterstudieren, obwohl es spannend ist. Es ist einfach ziemlich stressig, zum Arbeiten auch noch ans Lernen und die Prüfungen denken zu müssen.

Aber genug davon. Jetzt bin ich auf jeden Fall mal ein Stückchen weitergekommen in meiner Berichterstattung vom vergangenen Herbst. Das Beitragsbild enstand übrigens auch während des Spaziergangs um das Stokkalandsvatnet mit Sarah.

Unterdessen ist Winter (gäu Nicole 😉)

Ich weiss, der letzte Blogbeitrag ist vom Sommer und unterdessen ist Weihnachten vorüber. Wir hatten in diesem Herbst eine schwierige Zeit und dies ist einer der Gründe, warum ich mich so lange nicht gemeldet habe.

Viel ist natürlich geschehen, und ich hätte eine Menge zu erzählen, aber heute beschränke ich mich darauf, mit dir eine meiner Andachten zu teilen. In Norwegen ist es Brauch, nach Weihnachten ein Weihnachtsbaumfest zu feiern, bei dem man sich nochmal auf die Weihnachtsgeschichte konzentriert, Weihnachtslieder singt und um den Baum tanzt. Dieses Fest war gestern und ich habe die Andacht gehalten.

Reigen um den Weihnachtsbaum

Diese teile ich hier mit dir. Es ist eine Übersetzung von google aus der Originalsprache norwegisch:

Einführung

Der Weihnachtsbaum hat etwas Besonderes. Stolz steht er inmitten der Weihnachtsdekoration, strahlt mit Lichtern und Dekorationen und versammelt die Menschen um sich. Wir versammeln uns unter dem Baum, teilen Freudenmomente, tauschen Geschenke aus und genießen die Gemeinschaft. Und heute tanzen wir sogar um den Baum herum, der eindrucksvoll und einladend in der Mitte steht.

Im christlichen Glauben ist der Weihnachtsbaum mehr als nur ein schöner Baum. Es ist ein Symbol für das Leben, das Licht und die Gnade, die bei der Geburt Jesu in die Welt kamen. Der immergrüne und robuste Baum erinnert uns an das ewige Leben, das die Gnade Gottes schenkt. Die Lichter an den Zweigen symbolisieren die Hoffnung, die Jesus bringt, und den Sieg über die Dunkelheit. Und an der Spitze der Stern, der uns genauso führt, wie er die Weisen zu Christus geführt hat. Darüber hinaus liegen oft Geschenke unter dem Baum, die uns dann an das größte Geschenk erinnern, das wir erhalten haben: Gott wurde Mensch.

Wenn wir heute Abend diesen wunderschönen Baum betrachten, wollen wir darüber nachdenken, wie er sich auf unser eigenes Leben auswirkt: Hoffnung, Licht und Gnade, die in uns weiterleben und gedeihen.

Der Baum als Symbol für ewiges Leben und Hoffnung

Der Weihnachtsbaum ist immergrün – auch in den frostigen Wintern behält er seine grüne Farbe und sieht unverändert aus. Dies ist das perfekte Symbol für das Leben, das Gott uns in Jesus Christus verspricht. Jesus sagt in Johannes 3,16: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ Im immergrünen Baum sehen wir ein Bild dieses ewigen Geschenks. Grün ist die Farbe der Hoffnung und indem wir einen grünen Baum schmücken, erinnern wir uns an die Hoffnung, die Jesus uns gab, als er Mensch wurde.

Immergrüne Bäume leben dort, wo andere Dinge verdorren. Sie erinnern an das Leben, das niemals endet, ein Leben, das uns Gottes Gnade schenkt. Dieses Leben kommt nicht irgendwann in der Zukunft, sondern es beginnt jetzt. Es ist ein Leben, das unsere Herzen mit Hoffnung, Liebe und Sinn erfüllt, egal was passiert.

Wir alle erleben Zeiten im Leben, in denen der Winter im Geiste herrscht, Zeiten, in denen Kälte, Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit die Oberhand gewinnen. Aber der Weihnachtsbaum erinnert uns daran, dass das Leben, das Gott schenkt, niemals stirbt. Wie der immergrüne Baum bleibt er standhaft, auch wenn die Bedingungen unmöglich erscheinen. Er ist ein Zeugnis der Treue Gottes und seiner Macht, uns zu erneuern. In der Dunkelheit liegt Hoffnung, wie ein immergrüner Baum in der Winterkälte steht und Wind und Wetter trotzt. Wir können darauf vertrauen, dass Jesus immer da ist und zu seinen Versprechen steht. Diese Hoffnung auf ewiges Leben vergeht nie.

Der grüne Baum erinnert uns somit an das ewige Leben und die Hoffnung in Jesus. Aber wenn wir den Baum in unser Wohnzimmer bringen, müssen wir ihn schmücken. Und vielleicht das Wichtigste beim Schmücken des Weihnachtsbaums sind die Lichter.

Die Lichter am Baum: Jesus ist das Licht der Welt und der Stern, der uns den Weg weist

Ohne Lichter wäre der Weihnachtsbaum nur ein gewöhnlicher Baum. Die Lichter verwandeln den Baum in etwas noch Schöneres und machen den Baum festlich.

Diese Lichter erinnern uns an die Kraft Jesu Christi, die unser Leben und die Welt als Ganzes erleuchtet. In Johannes 8,12 sagt Jesus: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“

Licht symbolisiert seit jeher Hoffnung und Sieg über die Dunkelheit. An den dunkelsten Wintertagen leuchten die Lichter am Weihnachtsbaum hell und schön, genau wie Jesus in unsere Dunkelheit eindringt und uns Licht und Führung bringt. Er verspricht uns, nicht nur unser Leben zu erhellen, sondern uns auch dabei zu helfen, für andere Licht zu sein.

Heute ist die Welt voller Dunkelheit, Hoffnungslosigkeit, Angst und Spaltung. Aber das Licht Christi scheint weiter. In Matthäus 5,14 sagt Jesus: „Ihr seid das Licht der Welt!“ Aber genau wie die Lichter am Weihnachtsbaum können wir nicht alleine leuchten. Ohne Strom würde die Weihnachtsbeleuchtung nicht leuchten, und ohne Jesus können wir auch nicht leuchten.

Wir können uns die Lichter am Weihnachtsbaum als Symbol für den Einfluss vorstellen, den Jesus in unserem Leben haben kann. Wenn wir ihm erlauben, unsere Herzen zu erleuchten, ist unsere Antwort, mit Liebe, guten Werken und Hoffnung in die Welt zu strahlen. Wir sind wie Glühbirnen und Gott ist der Strom. Wir können nicht aus eigener Kraft das Licht der Welt sein. Wir brauchen die Kraft Jesu, die durch uns scheint, so wie die Lichter am Weihnachtsbaum Elektrizität brauchen, um zu leuchten.

Zusätzlich zu den Lichtern am Weihnachtsbaum befindet sich oft ein Stern an der Spitze. Der Stern hat im Weihnachtsevangelium eine zentrale Bedeutung, da er die Weisen zu Jesus führte. Der Stern hat auch eine übertragene Bedeutung. Genau wie der Stern im Weihnachtsevangelium hat der Heilige Geist die Aufgabe, uns zu führen. Wenn wir Rat und Führung von Gott suchen, erhalten wir diese durch den Heiligen Geist. Er zeigt uns den Weg und die Richtung, in die wir gehen sollen.

Es mag sehr einfach klingen, aber leider ist es nicht immer so. Manchmal müssen wir unser Bestes geben und bekommen keine konkreten Antworten auf genau die Frage, die wir haben. Als ich jung war und herausfinden musste, welchen Beruf ich erlernen wollte, fiel mir die Wahl furchtbar schwer. Und mir wäre es lieber gewesen, wenn der Heilige Geist gesagt hätte: Das sollst du tun. Aber er tat es nicht. Ich habe keine konkreten Antworten bekommen. Und das war schwierig. Meine Mutter sagte dann: Manchmal kann man einfach wählen, und Gott kann es nutzen, egal wofür man sich entscheidet. Aber ich wollte nicht wählen, ich wollte, dass Gott für mich wählte.

Manchmal stellen wir fest, dass wir nicht genau die Antwort bekommen, die wir uns erhofft hatten, aber wenn wir weiterhin Gottes Rat einholen und versuchen, nach Seinem Willen zu leben, wird Er uns auch führen. Aber es könnte ein wenig anders sein, als wir es uns vorgestellt haben.

Die Geschenke unter dem Baum symbolisieren Gottes großes Geschenk

Der letzte Punkt, auf den ich heute Abend etwas tiefer eingehen möchte, sind die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Es ist wirklich schön, Geschenke zu haben und heutzutage ist es oft so, dass man die Geschenke unter den Baum legt, deshalb verwende ich sie heute als Teil des Baumes.

Geschenke zeigen, dass wir miteinander glücklich sind und besonders Menschen, die Geschenke als Ausdruck der Liebe haben, fühlen sich geliebt, wenn sie etwas erhalten, das mit Rücksicht geschenkt wird. Siggi hat sich eine Frau ausgesucht, die nicht so gut im Geschenke aussuchen ist, und er sich deshalb oft mit etwas begnügen muss, das er sich selbst ausgesucht hat… Aber auf jeden Fall sind Geschenke ein Zeichen der Liebe und der Preis hat nichts damit zu tun, wie viel uns diese Person bedeutet.

Der Grund, warum wir uns zu Weihnachten gegenseitig Geschenke machen, ist tatsächlich tief im Weihnachtsevangelium verwurzelt. Ein Grund dafür sind die weisen Männer, die Jesus Geschenke brachten. Zweitens ist Jesus selbst das größte Geschenk, das je gegeben wurde. Die Geschenke unter dem Baum erinnern uns an das Geschenk Jesu an uns, dass er Mensch wurde und seine Herrlichkeit hinterließ, um uns zu dienen und uns vor dem ewigen Tod zu retten. Gott hat uns das größte Geschenk gemacht: sich selbst in Jesus Christus.

So wie wir an Heiligabend Geschenke auspacken und uns darüber freuen, sind wir aufgerufen, Jesus mit offenen Herzen zu empfangen und uns über die Gnade zu freuen, die Gott uns schenkt.

Die Geschenke unter dem Baum erinnern uns auch daran, dass wir berufen sind, dieses Geschenk mit anderen zu teilen. Wenn wir das weitergeben, das wir erhalten haben – durch Liebe, gute Werke und Dienst – spiegeln wir Gottes großes Geschenk wider. Wenn wir das größte Geschenk angenommen und unser Herz für Jesus geöffnet haben, erfüllt er uns mit seinen Gaben, die wir an die Menschen um uns herum weitergeben können. So wie Jesus das Licht ist, das durch uns scheint, ist er auch das Geschenk, das wir weitergeben können. Es geht sowohl darum, anderen von Jesus zu erzählen, als auch darum, zu leben, was er gesagt hat. In Demut, Dienst, Liebe, Geduld und Freude. Glücklicherweise haben wir auch den Heiligen Geist, der uns hilft.

Abschluss

Heute feiern wir das Weihnachtsbaumfest und haben uns nun drei Dinge im Zusammenhang mit dem Weihnachtsbaum etwas genauer angeschaut: den grünen Baum als Symbol des ewigen Lebens und der Hoffnung, die Lichter und der Stern am Baum, die auf Jesus hinweisen das Licht der Welt, das durch uns scheint und uns führt, und die Geschenke unter dem Baum, die ein Symbol für das größte Geschenk aller Zeiten sind: Gott wurde Mensch.

Wenn wir den Baum betrachten, können wir über die Bedeutung der verschiedenen Elemente nachdenken und sie erfassen.

Der Weihnachtsbaum ist mehr als nur eine Dekoration. Es ist ein Symbol, das uns an die wunderbare Weihnachtsbotschaft erinnert. Es ist immergrün, genau wie das ewige Leben, das Gott uns in Jesus Christus schenkt. Die Lichter erhellen die Dunkelheit um sie herum, so wie Jesus das Licht ist, das die Dunkelheit der Sünde und Hoffnungslosigkeit durchbricht. Der Stern an der Spitze führt uns, so wie er die Weisen zu Jesus führte, zum Zentrum der Hoffnung und Erlösung. Die Gaben erinnern uns an das größte Geschenk, das Gott uns gemacht hat, sich selbst in Jesus Christus.

Wenn wir den Baum betrachten, können wir über das nachdenken, was wir heute Abend gehört haben. Was muss Gott in mir verwandeln? Wo brauche ich sein Licht und seine Führung? Wie reagiere ich auf dieses Geschenk, das Jesus ist?

Nehmen wir uns die Weisen als Vorbild, bringen wir unsere Gaben und unser Leben zu ihm und verehren wir ihn, der im Mittelpunkt von Weihnachten steht. Machen wir Jesus zum Mittelpunkt unseres Lebens, nicht nur jetzt in diesen feierlichen Tagen, sondern auch, wenn der Alltag wieder beginnt.

Lasst uns beten:

„Jesus, wir schauen auf den Baum und erinnern uns daran, was du für uns getan hast. Du bist das Licht, das durch unser Leben scheint, und der Stern, der uns führt, wenn wir den Weg nach vorne nicht erkennen. Du gibst uns Hoffnung und Sinn im Leben, wenn es dunkel ist. Danke für dieses Geschenk, das du uns gegeben hast, dass du Mensch geworden bist und mit Vergebung und Gnade auf diese Welt gekommen bist. Wir wollen dir folgen, dich anbeten und ein Leben führen, das dir Ruhm bringt. Danke für Deinen Heiligen Geist, der bei uns ist und uns führt. Hilf uns, gute Jünger zu sein und dir zu folgen in dem, was wir sagen und tun. Amen.”

Meine Eltern sind im Moment zu Besuch bei uns, und das ist einfach wunderbar! Das Titelbild hat mein Papi von einem Foto abgezeichnet. Mein Mami ist im Reigentanz um den Baum dabei. 🙂

Sommer

Die Sommerferien in der Schweiz waren wunderbar! Es tat unglaublich gut, einfach zu entspannen, Freunde und Familie zu treffen und nicht so viel denken zu müssen. Wir fuhren mit dem Auto und auf dem Nachhauseweg nahmen wir so manche Dinge mit, die immer noch bei meinen Eltern waren. Hier ein paar Bilder von unseren Ferien 🙂

Wir warten auf die Fähre nach Dänemark, es ist 6:00 Uhr morgens
Jep, wir sind unterwegs!
Unser erster längerer Stop ist Vejle, wo wir Jan und Eyðritt besuchen, die mit uns in der Offiziersschule waren
Vejle
Die zweite Übernachtung war in Deutschland, bei Siggis Tante Þuriður und ihrem Mann Ulli
Fast da!
Das Haus von meinen Eltern, es war schön das altvertraute wieder zu sehen 🙂
Kinoausflug mit “unseren” Jungs 😀
Minigolf, Siggi hat gewonnen 😀
Unterwegs in den Zoo mit “unseren” Mädchen 😀
Elodie durfte bei Siggi auf dem Hüppi sitzen und wollte fast nicht mehr herunter 😉
Während wir in der Schweiz waren, hatte Siggi auch noch Geburi 😀
Geburifrühstück
Viele Gäste an Siggis Geburtstag, er war sehr positiv überrascht, dass so viele Leute kamen 🙂
Ein Ausflug in die hohen Berge stand auch auf dem Programm. Allerdings vertrug Siggi die Höhe nicht besonders gut…
Lötschental 🙂
Ein alive-Konzert mussten wir natürlich auch besuchen 🙂
Badi und Glace, was gibt es Schöneres?!
Unser Auto ist vollgepackt! Allerdings sind diese Bilder erst hier in Sandnes entstanden. Aber das Auto war auch in der Schweiz bereits so voll
Die eine Seite…
…und die andere
Auf dem Nachhauseweg haben wir noch einmal bei Þura und Ulli übernachtet
Da haben wir auch noch die Festung Marienberg in Würzburg besucht. Zusammen mit Þura und Ulli natürlich 🙂
Auf der Fähre von Dänemark nach Norwegen

Nachdem wir ankamen, haben wir sofort das Auto ausgeladen und am nächsten Tag war alles bereit für Gäste. 😀

Unser Gästebett hat die 70er-Tagesdecke von meinen Eltern bekommen
Das Sofa und die Kommode passen sehr gut zusammen 😀

In den paar Tagen nach unserer Heimreise haben wir auch noch 1. August “gefeiert”. Natürlich ohne Feuerwerk oder Höhenfeuer, aber mit Hamburgern, Fähnli, Kerzli und Girlanden. Es war ein herziges kleines Festli.

Schweizerfähnli
und Girlanden

Unterdessen haben wir wieder ins Arbeitsleben gestartet. Es war gut, noch ein paar Tage frei zu haben nachdem wir wieder in Sandnes ankamen, aber diese sind jetzt auch vorbei. Letzte Woche begannen wir wieder, allerdings ist es noch ziemlich ruhig, da die Schulen immer noch Ferien haben und unser Programm erst nächste Woche wieder startet.

Es gibt ein paar Veränderungen im Programm, unter anderem starten wir eine neue Kinder- und Teeniegruppe anstelle von “Sammen”. “Sammen” funktionierte nicht mehr wirklich, oft kamen die Eltern nur, um ihre Kinder zu bringen und verschwanden wieder. Das ist nicht der Sinn der Gruppe. Eigentlich war “Sammen” dafür gedacht, dass Eltern und Kinder etwas gemeinsam unternehmen können, und die Eltern einen Abend in der Woche nicht zu kochen brauchten. Aber auch dies funktionierte nicht so wirklich, oft sagten die Kinder, dass sie bereits gegessen hatten, wenn sie kamen. Naja, nicht alles währt ewig, daher ändern wir jetzt das Konzept und starten eine Kinder- und Teeniegruppe. Ich glaube, das wird gut.

Zusätzlich haben wir ja jetzt einen neuen Jugendraum und der soll auch gebraucht werden. 🙂 Die Idee ist, dass wir auch noch eine Jugendgruppe starten, für diejenigen die etwas älter sind. Im Moment haben wir noch nicht so viele Jugendliche, die in diese Altersgruppe passen, aber die Gruppe ist auf jeden Fall ausbaubar.

Bald sind Ferien

Seit Pfingsten sind wir schon fast im Sommerferienmodus. In Norwegen beginnen die Sommerferien Ende Juni, das heisst die Schüler haben die erste Woche Sommerferien bereits hinter sich.

Der Juni war geprägt von Abschlussfeiern, jede Gruppe hatte eine für sich und als ganzes Korps haben wir am 16. Juni bei unserem Sommerhaus in Veraland Abschlussgottesdienst gefeiert und gebrätelt.

Nach dem Essen haben ein Siggi und ein paar andrer entschieden Crocket zu spielen
Siggi steht bereit, er kam am Schluss auf den 2. Platz
Auch Kanus und Boote standen zur Verfügung

Am 17. Juni war der isländische Nationalfeiertag. Aber ausser das wir bei uns ein paar Fähnchen aufgehängt haben, haben wir nichts Spezielles gemacht. Es war ein Montag und wir haben den freien Tag genossen. 🙂

Isländische Fähnchen am Geländer bei uns zu Hause

Hier in Norwegen feiert man auch den Heiligen Johannes, also Johannes der Täufer, am 24. Juni. Die meisten Leute feiern aber den Abend zuvor, wie bei Weihnachten. Bei uns gab es auch da ein Bräteln beim Sommerhaus, mit einem Feuer. Grosse Feuer sind typisch für diesen Tag und wir haben sowhohl auf dem Weg zum Sommerhaus wie auch nach Hause viele Feuer und noch mehr Rauch gesehen. 😉

Unser St. Hans-Feuer

Direkt vor den Ferien haben wir unseren neuen Jugendraum eingeweiht. 😀 Das war super! Die Teenager waren auf jeden Fall zufrieden. Wir hoffen, dass wir nach den Sommerferien ein regelmässiges Angebot auf die Beine stellen können.

Der Jugendraum mit coolen LED-Streifen
Bei der Einweihung

Nächsten Sonntag haben wir unseren letzten Gottesdienst vor den Sommerferien und die Alpha-Jugendgruppe hat ihren Abschluss im Kongeparken (zu deutsch “der Königspark”), einem Vergnügungspark mit vielen Achterbahnen hier in der Nähe.

Das Titelbild ist Siggis DJ-Anlage. Es ist super, zu sehen (und hören), dass er immer besser wird. 😀

Und dann sind wir schon bald auf dem Weg in die Schweiz! Wir freuen uns sehr, die Pause wird uns gut tun! 🙂

Nationaltag, Pfingsten und ein neuer Jugendraum

Nach meinem letzten Beitrag hatten wir wieder ziemlich volles Programm. Unter anderem hatte ich Geburtstag, den Siggi und ich mit auswärts Essen und einem Ausflug ins lokale Arborium feierten. Es war wunderschönes Frühlingswetter und ich habe den Tag genossen. 🙂

Wir sahen einen speziellen Baum, den ich vorher noch nie gesehen habe. Leider hatte dieser kein Schild
Die Äste des Baumes in Nahaufnahme

Der 17. Mai ist ja bekanntlich der Nationalfeiertag in Norwegen. Dieser Tag wird immer gross gefeiert und dieses Jahr war auch keine Ausnahme. Interessanterweise haben wir den 17. Mai noch nie in der gleichen Stadt gefeiert. Das erste Jahr waren wir in Harstad, im zweiten Jahr waren wir im Praktikum in Ålesund, im dritten Jahr waren wir in Moss und jetzt in Sandnes. Es ist interessant zu sehen, dass sich die Traditionen und Bräuche doch sehr gleichen, obwohl alle vier Städte in verschiedenen Landsteilen sind. Glücklicherweise hatten wir in allen vier Jahren wunderschönes Wetter! Das ist nicht immer so…

Dieses Jahr waren wir in Sandnes und Siggi und ich zogen uns schön an und gingen ins Zentrum, um dem Kinderumzug zuzuschauen. Ich trug die Tracht, die ich von meinem Grosi geerbt habe und Siggi trug seinen Hochzeitsanzug. 🙂 Am Abend war fest in der Heilsarmee, wo wir die Leiter der Heilsarmee in Dänemark zu Gast hatten. Sie sind in Stavanger aufgewachsen und sagten ja, diesen Abend mit uns in Sandnes zu verbringen. 🙂

Wir fragten ein vorbeigehendes Paar ob sie ein Foto von uns machen könnten, sie sagten ja und wir kamen ins Gespräch 🙂

Während wir dem Umzug zuschauten, standen neben uns diese zwei schönen Damen. Siggi kam natürlich ins Gespräch mit ihnen und sie waren bereit ihre Rogalandstrachten vorzuzeigen. Siggi machte das Video auf isländisch, um es seinen Freunden zu senden, aber der Ton ist eigentlich nicht entscheidend. 😉

Jan Risan hatte seine Andacht unter anderem darüber was die norwegische Flagge bedeutet

Am gleichen Wochenende wie der 17. Mai war auch Pfingsten. Dieses Jahr hatten wir keine speziellen Anlässe, wir feierten einen “normalen” Gottesdienst hier in Sandnes. In der Mitte unserer “Bühne” im Saal haben wir eine Glasmalerei, die das Feuer des Heiligen Geistes zeigt. An welchem Tag passt ein solches Bild besser als an Pfingsten?? Musste einfach ein Foto machen und es mit dir teilen. 🙂

Die Glasmalerei und oberhalb die Krone der Heilsarmee

Nach Pfingsten begannen die Arbeiten mit dem neuen Jugendraum. Der Elektriker war schon da und demontierte die Lampen an den Wänden, die wir nicht mehr brauchen. Diese Woche kamen Schüler eines Gymnasiums, das gleich bei uns um die Ecke ist und strichen den neuen Jugendraum in frischen Farben und Mustern. Wir sind sehr zufrieden mit dem Resultat! 🙂 Der Raum, der jetzt zum Jugendraum umgebaut wird, war vorher ein Gebetsraum. Dieser zügelt über den Gang in einen Raum, der vorher nicht in Gebrauch war. Auch dort haben wir noch ein paar Renovationen vorgenommen. Unter anderem neue Lampen und eine der Wände erhält ein neues “Gesicht”.

Die eine Wand mit Muster
Die andere Wand mit Muster
Der Raum von der Tür aus gesehen

Jetzt heisst es den Jugendraum fertig einzurichten und hoffentlich noch vor den Sommerferien zu eröffnen. 🙂 Hier in Norwegen ist der letzte Schultag der 21. Juni, deshalb haben wir nicht mehr sooo viel Zeit.

Das Titelbild ist diesmal übrigens von einer Fahrt nach Haugesund. Die Landschaft zwischen Sandnes und Haugesund ist wunderschön und erinnert zeitweise an Island. 🙂

Ein bisschen Frühlingswärme

Seit Ostern ist natürlich wieder einiges passiert. Unterdessen haben wir  hier in Sandnes angenehm warmes Frühlingswetter und die Natur rund um uns ist grün geworden. 🙂 Das hilft mir auch stimmungsmässig. Irgendwie ist es einfacher, gut gelaunt zu sein, wenn das Wetter schön ist. Sonne und Wärme machen, dass ich alles ein bisschen positiver sehen kann.

Wunderschönes Frühlingswetter, genossen auf unserem “Balkon”

Mitte April waren Siggi und ich auf Jeløy am Offizierskurs. Es war super! Wir brauchten den Unterbruch, das Auftanken, und ganz speziell die Gespräche mit anderen Offizieren und vor allem mit unseren ehemaligen Mitkadetten. Der Unterricht war auch sehr bereichernd. Die ersten zwei Tage hatten wir Besuch von einem Ehepaar aus den USA, die uns über Heiligung und Wesleyanische Theologie unterwiesen. Es war sehr spannend und nährte uns auch geistlich. Die zwei letzten Tage des Kurses hatten wir Unterricht mit Professoren der “Menighetsfakultet” (sprich “meni-hets-fakültet” zu deutsch “Gemeindefakultät”) in Oslo. Das ist eine christliche Universität, mit der die Heilsarmee eine Zusammenarbeit hat. Im Rahmen dieser Universität studieren wir nun auf einen Bachelorgrad in Theologie hin. Dieses Semester vertiefen wir uns ins Johannesevangelium und Paulus’ Theologie. Auch dies war spannend, wenn auch ein wenig trockener.

Wunderschönes Wetter auch auf Jeløy, mit bekannter Aussicht 🙂
Mit Bibel und Schreibzeug bewaffnet 😉

Zurück in Sandnes haben wir unsere Arbeit wieder aufgenommen. Siggi ist wieder ganz gesund und arbeitet 100%. Wir haben bereits ein paar Gottesdienste gehabt, Sammen geleitet, und beim Jugendalphakurs mitgeholfen.

Unterdessen sind auch die Arbeiten für unseren neuen Jugendraum gestartet. Der Elektriker war bereits da und hat die Lampen für den neuen Gebetsraum ausgewechselt und die Wandlampen im alten Gebetsraum (der nun der Jugendraum wird) demontiert. Bald können wir mit der Umgestaltung beginnen. Das wird super!

Siggi übt sich fleissig als DJ, um vielleicht mal einen DJ-Gottesdienst für die Teenager halten zu können. Das ist auf jeden Fall die Idee. 🙂 Er sagt auch, dass wir mehr christliche DJs brauchen. Er wird immer besser und es tut gut zu sehen, dass er etwas hat, was ihm wirklich Freude macht. 🙂 Auch wenn er unseren Bartisch “gekapert” hat. 😉

Siggi übt sich als DJ

Ich stricke immer noch viel, und versuche, einen Tag nach dem anderen zu nehmen. Es geht ein bisschen besser, aber ich bin immer noch nicht so gut darin, “nein” zu sagen. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich gut darin bin, meine Grenzen zu kennen und zu verteidigen. Und zusätzlich muss ich lernen, dass ich in einer anderen Kultur lebe und arbeite. Dieser Übergang fällt mir schwieriger, als ich gedacht habe.

Siggi und ich wissen immer noch nicht, wohin unser Weg uns führt nach unserer Zeit in Sandnes, aber wir vertrauen darauf, dass wir zur richtigen Zeit die nötigen Informationen erhalten. Wir sind dankbar für Gebetsunterstützung gerade in dieser Hinsicht.

Wir haben nun die Fähre gebucht und kommen im Juli mit dem Auto in die Schweiz! 🙂 Wir freuen uns sehr auf diese Ferien, vor allem auch weil wir einen Stop in Dänemark einlegen um Eyðritt und Jan zu besuchen, die mit uns zusammen in der Offiziersschule waren. Vielleicht sehen wir auch dich? Es würde uns freuen!

Besuch aus der Schweiz und eine schöne Osterzeit

Endlich bin ich dazu gekommen, wieder einmal etwas zu schreiben. 🙂
Die Tage vergehen und ich habe nicht immer genug Energie, um mich an den Computer zu setzen und zu schreiben. Leider bin ich immer noch nicht ganz aus dem “Schlamassel” heraus, ich habe immer noch damit zu kämpfen, dass ich es allen recht machen will und dabei meine Energie verpufft. Zusätzlich vermisse ich es, dass mir die Arbeit Spass macht und ich mich darauf freuen kann. Leider habe ich das hier in Sandnes noch nicht wirklich erlebt. Ich hoffe, dass sich dies ändern darf.

Der Besuch von Jeruscha und Marc war eine willkommene Abwechslung, auch wenn ich zwischendurch noch arbeiten musste. Hier ein paar Bilder ihres Aufenthalts bei uns:

In freudiger Erwartung 🙂
Selfie zu Hause 🙂
UNO muss sein 😉
Zmittag in Haugesund auf dem Weg nach Bergen
Der Hafen in der Hansenstadt Bergen
Die schmalste Einfahrt, in die ich je mit dem Auto hinengefahren bin!
Ich habe meinen Siggi wieder! 😀
😉
Auf dem Weg zum Preikestolen
Das “vorher”-Foto, das “nachher” haben wir leider vergessen zu machen
Wunderschöne Natur 🙂
Leider rechneten wir nicht mit Schnee und der Aufstieg wurde anstrengender und glatter als wir gedacht hatten
Aber die Aussicht ist kaum zu toppen!
Schnee und Fjord
Zuoberst angekommen!

Am Sonntagnachmittag besuchten wir die “Wissenschaftsfabrik”. Dort gab es viele lustige Experimente, unter anderem eine Teslaspule und ein Velo mit eckigen Rädern.

Im Ölmuseum in Stavanger
Eine alte Rettungskapsel
Siggi kämpfte mit einem Dinosaurier
Und gewann natürlich!

Marc kommt durch die Rettungssteige runter. Er war viiiiel schneller als Jeruscha. 😉 Das Video von Jeruscha wurde so lang das ich es nicht auf den Blog heraufladen konnte. 😉

Als Jeruscha und Marc wieder abgereist waren, stand auch schon bald Ostern vor der Tür. Die Gottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag feierten wir gemeinsam mit der Methodistkirche hier in Sandnes. Am Gründonnerstag waren wir zu Besuch bei den Methodisten, am Karfreitag und Ostersonntag waren sie zu Besuch bei uns.

Es waren schöne Gottesdienste, auch wenn von beiden Gemeinden ein ziemlich grosser Teil verreist war. Am Karfreitag predigte ich über den Tod Jesu und was die Jünger damals erlebt haben mussten. Gleichzeitig war es mir wichtig, auch darüber reflektieren, was dies alles mit uns heute zu tun hat. Wenn Jesus nicht gestorben wäre, wäre er auch nicht auferstanden und wir hätten nicht die Freiheit, Vergebung und Liebe erfahren, die wir täglich erleben dürfen. Aber dass er gestorben ist, kostete ihn absolut alles. Gott selbst gab sich für uns hin, damit wir einen direkten Zugang und eine lebendige Beziehung zu ihm haben können. Wenn das kein Halleluja wert ist! Halleluja!

Unser Osterkreuz geschmückt mit Osterglocken
Siggi, Thormod und ich mit Hilde von der Methodistkirche in Sandnes

Siggi erholt sich immer noch von einer Magenoperation, aber es geht ihm immer wie besser. Er fühlt sich hier in Sandnes aber auch nicht ganz zu Hause, ihm fehlt die Freude am Dienst, genau wie mir. Wohin geht unser Weg?

Zurück aus der Versenkung

Seit meinem letzten Beitrag ist ziemlich viel passiert. Der Start ins 2024 war nicht so einfach und ich hatte nicht die Energie, den Blog weiterzuführen. Januar und Februar waren schwierige Monate, in denen es mir psychisch nicht so gut ging. Ich war sehr gestresst und alles wuchs mir über den Kopf. Ich erwachte oft zu früh und hatte Bauchschmerzen, habe auch zwischendurch morgens erbrochen. Ich musste mir Mitte Februar einige Tage frei nehmen, um mich zu erholen und meine Gedanken zu sortieren.

Unterdessen geht es mir wieder besser, aber ich muss nach wie vor aufpassen, dass ich mir nicht zu viel auflade. Ich muss lernen “nein” zu sagen und nicht Verantwortung für etwas übernehmen, nur weil ich danach gefragt werde.

Dieser Prozess ist nicht einfach und wird wahrscheinlich auch eine Weile dauern, aber ich hoffe, dass ich einen besseren Arbeitsstil entwickeln kann. Ich bin dankbar für alle Gebete, Nachrichten und Telefone, es ist gut zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Siggi ist mir auch eine grosse Stütze, er schafft es immer wieder mich “runterzuholen” und mich zu beruhigen.

Ich freue mich, dass du immer noch Interesse daran hast, meinen Blog zu lesen und hoffe, dass du mich auch weiterhin begleitest. 🙂 Heute kommen Jeruscha und Marc und bleiben eine Woche bei uns, darauf freue ich mich sehr! 😀 Es wird mir gut tun, nicht immer nur an die Arbeit zu denken, sondern mit den beiden Sandnes und Umgebung zu erkunden.

Dezember und alles was dazu gehört

Dieser Dezember war einer der intensivsten, die ich erlebt habe. Wir haben sehr viel gearbeitet und leider schlecht geschlafen. Aber es gab natürlich auch viele schöne Augenblicke.

Zuerst möchte ich von der Topfkollekte erzählen. Vielleicht weisst du, wie dies in der Schweiz funktioniert, jedes Heilsarmeekorps hat einer oder mehrere Töpfe, die in der Weihnachtszeit herausgeholt werden, um Spenden zu sammeln. In der Schweiz findet die Topfkollekte meistens nur an einigen Tagen statt, meistens Donnerstage bis Samstage. Hier in Norwegen standen wir jeden Tag mit 4-5 Töpfen an verschiedenen Orten, ausgenommen Sonntage. Glücklicherweise haben wir viele gute Freiwillige, die Topfwächter sein wollten, aber es waren trotzdem ziemlich viele Stunden, die wir selbst standen. Zusätzlich zum Bringen und Holen der Töpfe und das Zählen der eingenommenen Spenden. Ich bin sehr froh, dass wir zu dritt sind und gute Soldaten im Korps haben, die uns tatkräftig unterstützen.

Siggi steht an der Topfi und präsentiert den Pulli, den ich ihm letztes Jahr gestrickt habe
Ich bin auch an der Topfi
Ein kleines bisschen Weihnachtsschnee. Wenn es auch eher Weihnachtspflotsch ist…

Zusätzlich zur Topfkollekte haben wir auch so etwas das “Juleutdeling” heisst (sprich “jüle-üt-deling” und bedeutet “Weihnachtsausteilung”). Ich glaube, ich habe früher bereits einmal darüber geschrieben. Hier in Sandnes hatten wir etwas über 250 Gesuche für Weihnachtshilfe und insgesamt waren es über 600 Personen, die Hilfe erhielten. Alle die ein Gesuch stellten, erhielten Hilfe, da wir nicht die Kapazität haben, jedes Gesuch zu überprüfen. Wir leben besser mit uns selber, wenn wir jemandem helfen, der es vielleicht nicht braucht, als jemandem nicht zu helfen, der es bräuchte. Obwohl wir die Gesuche nicht prüften, gab es sehr viel zu tun, alle zu registrieren und ein System zu erarbeiten. Aber um ehrlich zu sein, hat mir das auch ein bisschen Spass gemacht. 😉

Am Sonntag 10. Dezember hatten wir unseren zweiten Adventsgottesdienst. In diesem Gottesdienst verabschiedeten wir auch “Brødremusikken” (sprich “brödremüsicken” = “Die Brüdermusik”). Diese Gruppe wird aus verschiedenen Gründen aufgelöst. Einer dieser Gründe war, dass viele der Mitglieder ziemlich in die Jahre gekommen sind und auch einige in den letzten Jahren gestorben sind. Es war ein würdiger Abschied, bei dem ich eine kurze Dankesrede halten durfte.
Im gleichen Gottesdienst weihten wir auch einen neuen Soldat ein. Arne ist zwar schon lange mit dabei, hat sich aber jetzt dafür entschieden Soldat zu werden. Wir freuen uns darüber und wünschen ihm von Herzen einen gesegneten Dienst!

Der letzte Einsatz der Brødremusikken
Arne wird als Soldat eingeweiht
Gratulation dem frischgebackten Soldaten!

Am 11. Dezember hatten wir eine Prüfung in “Theologie als wissenschaftliches Fach” und “Kritisches Denken”. Dies war ein zusätzlicher Stressfaktor und raubte mir zwischendurch den Schlaf. Mit Freude (und ein bisschen Stolz) kann ich sagen, dass wir beide bestanden haben. 🙂

Unser Kinder- und Jugendchor Gjenklang hatte auch zwei Einsätze an der Topfkollekte und es super zu sehen, wie die Kinder und Teenager dem Wetter trotzten. Hier ein kleines Video:

Ich habe ja von unserer Familienaktivität “Sammen” erzählt. Mit diesen Familien waren wir im Kino und haben einen norwegischen Weihnachtsfilm gesehen. Das war ein super Erlebnis für Kinder und Erwachsene, die es sich normalerweise nicht leisten können, ins Kino zu gehen. Anschliessend luden wir alle zum Gottesdienst ein, der am Nachmittag stattfand und mit dem wir “Weihnachten einsangen”. Dies ist auch eine norwegische Tradition, eine Art Weihnachtkonzert, bei dem auch zwischendurch mitgesungen werden darf. Es war schön, zu sehen, dass viele der Eltern kamen, unter anderem auch um ihre Kinder singen zu hören.

Siggi und ich im Kino mit Sammen
“Elim Brass” kam und spielte für uns 🙂
Elim Brass von der anderen Seite 😉
Unser gemischter Chor Frelsesfryd sang auch
Und natürlich Gjenklang 🙂

Ein besonderes Erlebnis war eine Einladung in eine Kinderkrippe. Wir wurden eingeladen, persönlich eine Spende einer Kinderkrippe in Empfang zu nehmen und ich durfte diese Person sein. Ich war bei der Adventsfeier im “Kreisli” dabei und anschliessend erzählte ich kurz über die Arbeit der Heilsarmee und wozu die Spenden gebraucht werden. Die grossen Kinder durften danach die Geldscheine und Münzen in den mitgebrachten Topfitopf stecken. Es war schön zu sehen, dass die Kinder zum Mithelfen und Spenden aufgefordert werden.

Von der Weihnachtshilfe habe ich ja schon ein bisschen erzählt. Wir erhielten ein riesige Menge Geschenke, die wir an die Kinder der Familien austeilen konnten, die ein Gesuch für Weihnachtshilfe gestellt hatten. Ein besonderes Erlebnis mit diesen Geschenken möchte ich gerne mit dir teilen: Siggi war für die Austeilung der Geschenke verantwortlich, er hatte eine Liste über die Kinder jeder Familie, so dass er alters- und geschlechtsgerechte Geschenke raussuchen konnte. Ein Mädchen kam mit seiner Mutter, um für sich und die anderen Geschwister ein Weihnachtsgeschenk abzuholen. Da sagte die Mutter, dass das Mädchen Geburtstag habe und heute neun Jahre alt werde. Wir gratulierten und Siggi erlaubte dem Mädchen hinter den Tisch zu kommen und selbst ein Geburtstagsgeschenk auszuwählen. Niemand sonst durfte in den Raum mit den Geschenken hineinkommen. Das Mädchen wählte sich ein Geschenk aus und Siggi gab ihr noch ein zweites und drittes dazu. Sie war so gerührt, dass sie zu weinen begann und auch die Mutter musste ein paar Tränen trocknen. So einfach ist es manchmal, jemandem Freude zu machen.

In diesem Video erkläre ich, dass alle Geschenke im ersten Raum neu sind, also direkt aus dem Laden. Alle Geschenke sind Spenden und durften wir an Familien austeilen. Im zweiten Raum sind gespendete Dinge, die gebraucht sind. Hier durften sich alle zusätzlich 3-4 Dinge auswählen.

In Norwegen nennt man wahre Geschichten, die gut enden “Sonnenscheingeschichten”. Das Erlebnis mit dem Mädchen war eine solche Sonnenscheingeschichte. Und ich habe noch eine andere erlebt. In Norwegen gibt es eine Restaurantkette die “Egon” heisst. Egon spendet der Heilsarmee jedes Jahr Gutscheine für ein Weihnachtsessen. Wir in Sandnes haben dieses Jahr 120 solche Gutscheine erhalten und durften diese an Menschen austeilen, denen wir besonders danken wollten, oder solche, die es sich nicht leisten können, auswärts zu essen. Als wir allen Familien und auch den Freiwilligen von Sammen solche Gutscheine ausgeteilt hatten, hatten wir immer noch ziemlich viele übrig. Siggi hatte die gute Idee, sie an der letzten Lebensmittelausgabe an diejenigen auszuteilen, die wir etwas kannten und wussten, dass sie daran Freude haben würden.
Unser freiwilliger Helfer Kjell kennt viele Leute und hilft uns jede Woche mit der Registrierung. Als eine Frau namens Wenche hereinkam, mit der er ein freundliches Gespräch hatte, fragte ich ihn, ob nicht sie eine solche Person sei, die Freude an Egon-Gutscheinen habe. Er bejahte und ich gab ihr zwei Gutscheine, für sich und ihre Teenagertochter. Sie war so gerührt, dass sie fast weinen musste. Als sie ins Untergeschoss gegangen war, um zu essen und ihre Lebensmitteltasche zu holen, erzählte mir Kjell, dass sie gute Arbeit mit verschiedenen Leuten in schwierigen Situationen leistet. Sie arbeitet freiwilllig mit Menschen mit psychischen Herausforderungen, Drogenproblemen, finanziellen Schwierigkeiten und solchen, die mit Einsamkeit kämpfen. Ich wurde berührt darüber, wie stark sie sich engagiert, obwohl sie selbst kaum genug zum Leben hat.
Da entschied ich mich dafür, ihr noch weitere zehn Gutscheine zu geben, die sie an Leute verteilen kann, mit denen sie arbeitet. Ich kam also mit einem Couvert mit den zusätzlichen Gutscheinen zu ihr herunter und sie konnte es kaum fassen, hatte wieder Tränen in den Augen und sagte, dies sei ein so grosser Segen.
Ungefähr eine Woche später gab mir unsere Kinderarbeitverantwortliche Kari vier Egon-Gutscheine zurück, die sie nicht verteilt hatte und ich dachte sofort an Wenche und schrieb ihr eine SMS ob sie noch weitere vier Gutscheine verteilen möchte. Sie schrieb sofort zurück, bejahte und dankte für die Möglichkeit. Am nächsten Tag kam sie bei der Heilsarmee vorbei um die Gutscheine abzuholen und sagte: “Ich weiss genau, wem ich diese geben soll! Dies ist ein wunderbarer Segen.” Wenche erzählte mir auch, dass sie mit den anderen zehn bereits Essen war und dass Egon alles wunderbar festlich für sie eingerichtet hatte. Sie durften in einem eigenen Raum sein, mit Weihnachtsbaum und Dekorationen, und wurden wie Könige behandelt. Wenche sagte, dass so viele etwas sagen wollten am Tisch, dass sie die Hand aufstrecken mussten, damit es nicht zu chaotisch wurde. 😀 Und einer der Männer, die dabei waren, ass und weinte und weinte und ass, weil er sich so gesegnet fühlte. Es ist so schön zu sehen, dass wir mit so einfachen Mitteln zum Segen für andere werden dürfen. Solche Erlebnisse zeigen mir, dass es sich lohnt, auch wenn es zwischendurch so anstrengend ist, dass ich kaum noch kann. Aber jetzt sind Weihnachtsferien und ich habe Zeit mich zu erholen. 🙂

Weihnachtsdekoration auf unserem Stubentisch

Hier im Norden (Norwegen und Island auf jeden Fall) feiert man Weihnachten am 24. Dezember.  Siggi und ich waren beim Weihnachtsgottesdienst im Korps dabei und anschliessend feierten wir zu zweit. Wir hatten isländisches Weihnachtsessen (Schweinelende) mit karamellisierten Kartoffeln, Mais, Erbsen, Rotkohl und natürlich Sauce. Dazu tranken wir traditionelles isländisches “Malt og Appelsín” ein Gemisch aus Malzektrakt und Orangenlimonade.

Der Tisch mit dem Weihnachtsessen
Und noch ein bisschen näher
Siggi war Koch 🙂
Eine norwegische Tradition ist “Kransekake” (Kranzkuchen) am Heiligabend
Unser Weihnachtsbaum mit allen Päckli
Oder fast allen: dieses riesige Geschenk war nicht unter dem Baum
Es war ein Geschenk von Siggi an mich: ein Bild von unserem Hochzeitstag 🙂
Auch dieses kleine feine Geschenk enthält ein Bild von unserem Hochzeitstag 😀
Am 25. Dezember ist Zeit für “Hangikjöt” geräuchertes und gesalzenes Lammfleisch
Hangikjöt mit Zubehör am 25. Dezember 🙂

Vorgestern hatten wir auch noch eine norwegische Tradition: Weihnachtsbaumfest. Bei uns in Sandnes war es eine Mischung aus verspäteter Weihnachtsfeier mit Krippenspiel und Weihnachtsliedern und Fest, bei dem man singend und tanzend um den Weihnachtsbaum zieht. Es hat Spass gemacht! Anschliessend hatten die Mütter aus “Sammen” für uns traditionelles eritreisches Essen gekocht, das war super lecker!

Die Kinder und Jugendlichen aus Gjenklang sangen führten ein Krippenspiel auf
Die Hirten kommen zum Stall
Die Weisen kommen zum Stall

Die letzten und die kommenden Tage werden wir uns noch etwas erholen, bevor wir dann am 4. Januar wieder anfangen zu arbeiten. Gestern Abend waren wir zum Znacht bei einer Frau aus dem Korps eingeladen und danach ging es ab ins Kino um “Napoleon” zu sehen. 🙂

Wir waren in einem Kinosaal mit verstellbaren Stühlen und einem kleinen Beistelltischchen. Super Luxus!
Beine hoch und das Getränk in Reichweite 😀 Wollte man, so konnte man sogar den Sitz heizen