Norwegen ist nicht gleich Schweiz…

… auch wenn man das anfangs vielleicht vermuten könnte. Wir haben doch einige Gemeinsamkeiten. Aber die Unterschiede fallen mir hier halt besonders auf.

Zum Beispiel: Das ganze Programm ist lockerer gehalten als ich mir das von schweizer Lagern gewöhnt bin. Die Aktivitäten sind zwar obligatorisch, in den ersten zwei Tagen sind aber einige Teilnehmer einfach nicht erschienen. Erst am Abend des zweiten Tages wurde besprochen, wie vorgegangen werden soll, damit sich niemand „drückt“ oder vergessen geht.

Ein anderes Beispiel sind die Mahlzeiten. Auf dem Programm ist zwar angegeben, wann wir essen und eigentlich gäbe es auch einen gemeinsamen Start. Das habe ich allerdings erst am dritten Tag herausgefunden. Die meisten Teilnehmer und Leiter trudeln irgendwann mal ein. Einen gemeinsamen Abschluss der Mahlzeit gibt es nicht.

Auch sonst gibt es ein paar Dinge, die für mich gewöhnungsbedürftig sind. Andere Länder, andere Sitten 😉

Es gibt aber auch Positives! Zum Beispiel, dass wir ziemlich viele Freiheiten haben in der Gestaltung unserer Programmpunkte. Und dass von Seiten der Hauptleitung sehr viel Wertschätzung und Unterstützung spürbar ist. Auch scheinen die beiden Hauptleiterinnen überhaupt nicht gestresst und das entspannt die gesamte Lagerathmosphäre. Ja, ich bin gerne hier! 😊

Hier noch ein kleiner Einblick in unseren Kanu- und Kajakausflug. Die Bildqualität ist nicht überwältigend, da ich die Fotos mit der Selfiekamera machen musste… Und leider konnte ich das Telefon nicht mit aufs Wasser nehmen, daher nur diese Bilder. Naja, besser als nichts 😉

Die Vorbereitungen laufen
Anhänger mit Kanus und Kajaks

Jugendfestival 2019

Unsere zweitletzte Station auf der „Dynamo-Reise“ heisst Jugendfestival des Territoriums Norwegen, Island und Färöer. Das Thema ist „chosen“ zu deutsch „auserwählt“. Bis jetzt haben wir erst zwei kurze Inputs zum Thema gehört, dabei ging es vor allem darum, was und wer denn alles so auserwählt sein kann. Heute Abend wird es darum gehen, dass Gott uns auserwählt hat und die folgenden Abende, wozu wir auserwählt sind. Ich bin gespannt, was da alles auf uns zukommt!

Wieviele Dynamo-Teamler braucht man, um ein Kreuz aufzustellen? 😉 Foto Herdís

Natürlich sind wir als Dynamo-Team nicht einfach nur zum Spass dabei. Wir haben auch Verantwortungen. Mein Auftrag ist das Mitleiten eines Workshops, das Halten eines Seminars und die Verantwortung für die Gebetsstationen bei den Abendveranstaltungen.

Der Workshop heisst „ut på tur“ zu deutsch ungefähr mit „draussen unterwegs“ zu übersetzen. Anita, die auch Schweizerin ist und in Norwegen als Offizierin arbeitet, und ich haben verschiedene Aktivitäten geplant. Gestern haben wir Geländespiele gespielt und ich habe mich ein wenig in meine Jungschizeit zurückversetzt gefühlt. Heute Nachmittag waren wir klettern in einer Kletterhalle, morgen steht ein Erste-Hilfe-Kurs an, am Mittwoch und Donnerstag steht Kajak- und Kanufahren auf dem Programm und am Freitag schliessen wir noch mit einfachen Spielen ab. Wir haben eine aufgestellte Gruppe von 10 Teenagern und es fägt! 🙂

Am Mittwochmorgen werde ich ein Seminar zum Thema „soziale Gerechtigkeit“ halten. Die Teens können zwischen verschiedenen Themen wählen. Mein Seminar wird sehr interaktiv mit Spielen, Videos, Diskussionsrunden und Schokolade essen 😋 Ich hoffe natürlich, dass sich einige Leute für mein Seminar anmelden, da mir das Thema sehr am Herzen liegt.

Da ich im Moment computerlos bin, ist es mit Fotos etwas schwieriger… Aber wenn ich die Möglichkeit habe, werde ich noch ein paar hinzufügen. Ich hoffe natürlich, dass du meinen Blog trotzdem gerne liest 😉

Was willst du mit mir, Gott?

Bevor ich mich auf die nächste Reise begebe, ist es Zeit, dir vom letzten Wochenende in Norwegen zu erzählen. Heute Abend machen Hannes, Birna, Herdís und ich uns auf den Weg nach Reykjavík. Der ansatzweise Frühling der letzten zwei Tage ist komplett verschwunden und der Winter hat mit Schnee und Wind wieder Einzug gehalten. Ich hoffe und bete, dass wir heil in Reykjavík ankommen…

Am Freitagmorgen früh (2:50 Uhr) holte uns ein Taxi vor dem Haus ab und wir fuhren zum Flughafen Akureyri. „Wir“ waren zu diesem Zeitpunkt Herdís, Drea, Lára und ich. Am Flughafen trafen wir Siggi, Ollý und Erla, die mit uns zusammen nach Norwegen reisten. Ja, Norwegen. Was genau haben wir da eigentlich gemacht? Gute Frage! Wir haben zuerst ein Wochenende der Heilsarmee besucht, das den Namen „Design for Life“ trägt. Dabei geht es darum, herauszufinden, was Gott mit meinem Leben möchte. Es stand ganz unter dem Thema „Was willst du mit mir, Gott?“ Wir hörten viele Vorträge über verschiedenste Themen, die uns die Grundlagen des christlichen Lebensstils vermittelten. Aber es gab auch Gelegenheit, das Gelernte praktisch anzuwenden und mehr über sich selbst herauszufinden.

Für mich persönlich war dieses Wochenende nicht exrem herausfordernd, da ich doch schon seit mehr als zwanzig Jahren mit Jesus unterwegs bin und unterdessen ziemlich sattelfest in meiner Identität bin. Trotzdem war es ein super Wochenende mit vielen neuen Bekanntschaften. Meine besondere Freude war, zu sehen, wie sich Erla und auch Siggi voll investierten und von diesen Vorträgen und Diskussionsgruppen profitieren konnten 😀 Das war super zu sehen!

Am Montagabend sind dann Erla, Ollý und Siggi wieder nach Akureyri zurückgereist (auf abenteuerliche Weise, mit einem ungeplanten Umweg über Schweden), während wir Dynamo-Frauen noch zwei Nächte in Oslo verbracht haben. Das Wochenende „Design for Life“ fand in Moss statt, dass etwa 40min mit dem Zug von Oslo entfernt liegt. Wir haben uns also am Sonntagnachmittag auf den Weg nach Oslo gemacht, haben am Abend einen Jugendgottesdienst der verschiedenen Heilsarmeekorps in Oslo besucht und am Montag hatten wir dann die Möglichkeit, verschiedene Departemente des Territorialen Hauptquartiers in Oslo zu besuchen. Es fiel mir nicht schwer, die Departemente zu wählen 🙂 Ich durfte die Departemente „Anti-Menschenhandel“ und „Internationale Entwicklung“ besuchen.

Entgegen meiner Hoffnung weiss ich jetzt nicht mehr darüber, was ich im Sommer machen soll, aber nichtsdestotrotz war es ein sehr spannender Tag! Mein Kopf brummte danach ziemlich von den vielen Informationen, aber das war es durchaus wert! Ich weiss jetzt etwas mehr, was die Heilsarmee in Norwegen gegen den Menschenhandel unternimmt und wie die internationale Zusammenarbeit auf Projektebene aussieht.

Sehr interessant ist das Label „others“ der Heilsarmee. Es unterstützt Projekte in Niedriglohnländern, um den Arbeitern und Arbeiterinnen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Hier kannst du reinschauen, was „others“ so fabriziert. Und wer weiss, vielleicht sehe ich ja das eine oder andere Produkt, wenn ich dich das nächste Mal besuche? 😉

https://www.tradeforhope.com/

Auch wenn die Frage im Titel für mich noch nicht beantwortet ist, bin ich doch dankbar für diese Erlebnisse 🙂 Ich hoffe sehr, dass ich bald herausfinde, wo mein Platz nach dem Dynamo-Jahr ist. Ich will mich Gott voll und ganz zur Verfügung stellen, denn was er mir gibt, kann mir niemand anderes geben!