Rückblick und Ausblick

Mein letzter Beitrag hörte grad vor Weihnachten auf und ich möchte dir den Rest des Jahres 2024 nicht vorenthalten. Gleichzeitig gibt es in diesem Beitrag aber auch noch einen Ausblick darauf, was nach den Sommerferien bei uns geschehen wird. Aber jetzt musst du dich noch ein bisschen gedulden, ich erzähle zuerst von Weihnachten und Neujahr. 🙂

Weihnachten war wunderbar! Am 24. Dezember hatten wir zuerst einen Gottesdienst im Korps und anschliessend feierten wir Weihnachten bei uns zu Hause. Siggi kochte isländisches Weihnachtsessen (das ist bei uns unterdessen Tradition): Schweinsrücken, caramellisierte Kartoffeln, Rotkraut, Erbsen und Mais aus der Dose und eine knallfeine Sauce. Zum Dessert gab es, auch sehr traditionell, Ananasfromas. Das ist eine Art Pudding mit Ananasgeschmack. Im Fromas war eine Mandel versteckt und wer die Mandel fand, erhielt ein kleines Geschenk. Bei uns war es Siggi, der die Mandel fand und das Geschenk war ein Rummyspiel. Geschenke gab es auch sonst eine Menge und ich möchte mich hier nochmal bei allen bedanken, die uns durch meine Eltern ein Geschenk haben zulassen kommen. Wir waren sehr berührt und fühlten uns gesegnet, dass so viele Leute an uns dachten. 🙂

Das Weihnachtsessen “in the making”
Weihnachtstisch

Der 25. Dezember war ein ruhiger Tag mit Restenessen und erholen. Am 26. Dezember fuhren wir mit hangikjöt (sprich: haunggikjöt) zu Hannes und Birna nach Haugesund. Hangikjöt ist auch eine isländische Spezialität, es ist doppelt geräucherte Lammkeule. Diese isst man mit einer süssen weissen Sauce (eine Art Béchamelsauce mit Zucker), Kartoffeln, Erbsen und Rotkraut.

Vom Weihnachtsbaumfest habe ich dir ja schon erzählt, das war am 29. Dezember. Obwohl ich keine offiziellen Ferien hatte, konnte ich zwischen Weihnachten und Neujahr ein bisschen frei machen. Wir hatten den ganzen Dezember bis am 24. durchgearbeitet und es tat gut, eine kleine Verschnaufpause einzulegen.

Neujahr feierten wir auch bei uns zu Hause, mit gutem Essen (Steak Wellington) und Feuerwerk. Zum Dessert gab es Brownies und Vanilleglace. Ja ja, diese Brownies… Ich muss wohl diese Geschichte erzählen, sie ist zu gut um sie geheim zu halten. 😉
Die Brownies waren fertig gebacken und ausgekühlt als wir mit einem Scherenschnitt und Puderzucker noch ein schönes Muster darauf pudern wollten. Papi schnippelte einen schönen Scherenschnitt und ich gab Mami die Büchse, die ich für Puderzucker hielt. Leider enthielt sie nicht Puderzucker, aber das kommt noch. Als wir also die Brownies schön verziert hatten, machten wir noch ein paar Fotos und zündeten die Wunderkerzen an die wir reingesteckt hatten. Papi war der erste, der von den Brownies probierte und er war etwas überrascht, dass der “Puderzucker” nicht süss war. Er probierte noch ein bisschen davon und sagte dann: “Das ist komischer Puderzucker, der ist nicht süss. Der schmeckt eher salzig.” – “Salzig?”, fragte ich. Wobei ich mir nicht vorstellen konnte, dass ich aus Versehen fein gemahlenes Salz genommen haben sollte, das habe ich nämlich nicht im Haus. “Ja, ich glaube das ist etwas anderes, auf jeden Fall nicht Puderzucker.” Ich ging in die Küche und holte die Büchse hervor die Puderzucker enthalten sollte. “Bakepulver” stand darauf. Also Backpulver! Ich hatte den Puderzucker mit dem Backpulver verwechselt! Wir lachten ziemlich, klopften das Backpulver von den Brownies und assen sie trotzdem. 😀 Ein bisschen Backpulver schadet zum Glück nicht, es ist sogar gut für die Verdauung. 😉

Selfie mit Backpulver-Brownies und Wunderkerzen 2025
Und hier brennen die Wunderkerzen 🙂 Und wir sind noch in seliger Unwissenheit 😉

Wir verabschiedeten das Jahr 2024 mit Feuerwerk und hiessen gleichzeitig das neue Jahr willkommen! Es war ein ziemliches Rabalder in der ganzen Stadt, das ist in Norwegen und Island Tradition. Nachdem wir angestossen und ein bisschen gefeuerwerklet hatten, gingen wir wieder rein und dann bald schon mal ins Bett.

Feuerwerk
Siggi mit Wunderkerze
Ich mit Wunderkerzen
Mami und Papi mit Wunderkerzen (ja, wir hatten eine Menge Wunderkerzen)

Nach Neujahr begann der Alltag bald wieder und ich hatte noch einiges nachzuholen, das ich vor Weihnachten versäumt hatte. Aber wir genossen auch die Zeit mit meinen Eltern, besuchten unter anderem das Erdölmuseum in Stavanger und natürlich auch ein paar Strickläden. 😉 Cafébesuche waren auch fast an der Tagesordnung. 🙂

Selfie im Café Flamingo in Stavanger

Und es gab sogar noch ein bisschen Schnee! An einem der schönen Tage mit Schnee machten wir einen Spaziergang um das Stokkalandsvatnet (ja, genau der kleine See, um den ich schon mit Sarah spaziert bin).

Selfie in der Sonne
Mami und Papi am Stokkalandsvatnet

Am 6. Januar feierten wir Dreikönigstag nach schweizer Tradition. Mami und ich backten einen Dreikönigskuchen und Papi bastelte eine Krone. Wir assen den Dreikönigskuchen zum Brunch und ich wurde die glückliche Königin. 😀 Ich befahl, dass Siggi mich den ganzen Tag nur noch mit “Ihre Majestät” anreden durfte. 😉

Dreikönigskuchen ohne Krone
und mit Krone
Königin mit Diener 😉

Ende Januar waren Siggi und ich dann ja an einem Kurs in Moss, wie ich im letzten Artikel geschrieben habe und da hiess es auch Abschied nehmen von meinen Eltern. Das war nicht einfach. Aber es war gut für mich, dass wir mit anderen Leuten an einem anderen Ort waren und nicht einfach nur zu Hause. Und glücklicherweise kamen meine Eltern gut in der Schweiz an.
Der Kurs war sehr bereichernd und interessant und wir reisten gestärkt nach Sandnes zurück.

Bereits in der Woche darauf bekamen wir erneut Besuch! Diesmal war es Karlotta, Siggis Tochter, und ihr Freund Þorgeir (sprich: THorgeir wie mit einem englischen th). Sie blieben zehn Tage bei uns und wir machten auch mit ihnen noch ein paar Ausflüge. Siggi hatte sich ein paar Tage frei genommen, um besser Zeit für unsere Gäste zu haben. Wir waren unter anderem auf einem Riesenrad, das hier in der Nähe stationiert ist, waren am Strand und schauten uns dort die alten Bunker an.

Selfie auf dem Riesenrad
Karlotta und Þorgeir auf dem Riesenrad
Das Riesenrad bei Nacht
Am Strand
Siggi und Þorgeir mit einem Bunker aus dem zweiten Weltkrieg

Erstaunlicherweise hatten Karlotta und Þorgeir nur schönes Wetter während sie hier waren. Zehn Tage mit Sonnenschein ist für Sandnes im Februar ungewöhnlich. Obwohl es kalt war, war es absolut genial so schönes Wetter zu haben! Leider ging auch diese Zeit viel zu schnell vorbei. Es war wieder nicht ganz einfach, Abschied zu nehmen, diesmal vor allem für Siggi. Aber auch ich musste ein paar Tränen verdrücken. Ich mag Abschiede nicht…

Ja, jetzt sind Siggi und ich schon wieder knappe zwei Wochen allein und der Alltag ist fast eingekehrt. Heute war aber ein aussergewöhnlicher Tag, weil wir heute unseren offiziellen Marschbefehl erhielten. Siggi und ich werden im Juni Sandnes verlassen und nach Kongsvinger ziehen! Wir freuen uns sehr auf diese Herausforderung, auch wenn es bedeutet, mehr Verantwortung zu übernehmen. Wir haben das Korps Kongsvinger mit der Offiziersschule schon mal besucht, und Siggi sagte da “Dieses Korps möchte ich gerne mal leiten!” Und schau da! Kommen wir doch nach zwei Jahren als assistierende Korpsoffiziere nach Kongsvinger. 😀 Wir haben bereits sehr viele freundliche und freudige Willkommensgrüsse erhalten. 🙂 Es ist ermutigend, so viele positive Reaktionen  zu erhalten. 🙂

Kongsvinger ist eine kleine Stadt nordöstlich von Oslo, ungefähr eineinhalb Stunden Autofahrt von Oslo entfernt. Sie liegt nahe der schwedischen Grenze und hat trotz ihrer Grösse viel zu bieten. Hier kannst du dich noch weiter schlau machen, wenn es dich interessiert:

Kongsvinger – Wikipedia

Man merkt, dass Kongsvinger ziemlich viel kleiner ist als Sandnes. Nicht einmal drei Stunden nachdem unser Wechsel nach Kongsvinger öffentlich wurde, rief mich ein Journalist einer Zeitung von Kongsvinger an und fragte, ob er ein Interview mit uns machen dürfe. Wir sind schon prominent bevor wir ankommen! 😉

Wir werden in ein ziemlich grosses Haus am Rand der Stadt ziehen und haben reichlich Platz um Gäste zu empfangen. Du bist also auch dort herzlich willkommen! Die neue Adresse lautet: Bregnevegen 11, 2208 Kongsvinger. Aber Achtung, diese Adresse gilt erst ab Juli 2025!

Spannend ist auch, dass Trude, unsere Freundin aus der Offiziersschule, nach Lillestrøm (sprich Lilleström) ziehen wird und wir sozusagen “Nachbarn” werden (nicht ganz, immerhin ist es doch noch über eine Stunde Autofahrt entfernt. Aber was ist das schon, verglichen mit den sieben Stunden die sie jetzt entfernt ist!)

Auch Sandnes wird nicht ganz verlassen sein. Eine der jetzigen Kadetten, Christine Risan, wird unsere Stelle in Sandnes übernehmen. Sie ist eine sehr positive und aufgestellte junge Frau (in meinem Alter), die Jesus von Herzen liebt und ihm dienen will. Ich freue mich, dass sie nach Sandnes kommt, sie wird eine Bereicherung für das Korps und die Stadt sein!

Einige der Fotos im heutigen Artikel sind übrigens von meinen Eltern gemacht. Und das Beitragsbild ist aus einem Bunkerfenster heraus aufs Meer und eine kleine Insel gefötelet.

2 Gedanken zu „Rückblick und Ausblick“

  1. Sooo cooool 💖 ja i schwelge gäng no i der Erinnerige. Es isch eifsch e supergeniali Zit gsi mit öich zäme….chani nume sehr witer empfäle.
    Ja die “Bakepulver” Gschicht vergisseni sicher nümm so schnäu und ou, dass i d’Bachmischig derzue bim Wiehnachtsboumfescht gwunne ha 🎄
    Vo Härze wünsche ni öich wiiiu Fröid u Chraft bim Schaffe u immer wider Zit zum entspanne ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

    1. Merci viu viu mau! Äs isch würklech absolut geniau gsi öich hie zha! ❤️🥰❤️🥰❤️ Ja, di gschicht wirdeni o nüm so schnäu vergässe! 😂
      Merci das chöimer guet bruche 😊

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