Endlich möchte ich dir etwas mehr über unseren Herbst erzählen. Wir haben Schönes, aber auch sehr Schwieriges erlebt. Das Schönste waren die Besuche meiner Gymerfreundin Sarah, die im Oktober eine Woche bei uns war, und meiner Eltern, die Mitte Dezember kamen und nächste Woche wieder abreisen.
Mit Sarah habe ich einige Ausflüge gemacht und die Zeit mit ihr genossen. Bevor ich jedoch dazu kam, dir über diesen schönen Besuch zu erzählen, erhielt Siggi einen Anruf, dass seine biologische Mutter (nicht Erla) auf tragische Weise verstorben ist. Sein Halbbruder hat sie mit dem Messer auf brutale Art erstochen. Er hatte dabei alles mögliche an Drogen und auch Alkohol im Blut. Ausserdem war er gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war im Gefängnis weil er seine Mutter vor zwei Jahren krankenhausreif geschlagen hat. Der Tod von Siggis Mutter hat den Rest des Herbstes und auch die Zeit bis jetzt geprägt. Es ist für Siggi immer noch zeitweise sehr schwierig, vor allem weil die Sache in den isländischen Medien immer wieder auftaucht. Er hat viel gute Hilfe erhalten, unter anderem vom CareTeam in Sandnes und unserem Hausarzt, aber wir sind immer noch sehr dankbar für Fürbitte und das an uns denken. An der Beerdigung waren wir digital dabei, da eine Reise nach Island so kurzfristig ziemlich teuer gewesen wäre und auch, weil die Familiensituation das Ganze eher verschlimmert als geholfen hätte.
Es ist ein ständiges Auf und Ab, manchmal geht es uns gut und manchmal sind die Tage schwierig. Dass meine Eltern jetzt zu Besuch sind, hilft natürlich ungemein! Es ist wunderbar, sie hier zu haben und mit ihnen Hochs und Tiefs teilen zu können.
In meinem heutigen Beitrag möchte ich den Herbst in chronologischer Reihenfolge erzählen und dir auch ein paar Bilder von Sarahs Besuch zeigen:















Der Besuch von Sarah war eigentlich viel zu kurz und wir hätten gerne noch ein paar weitere Tage mit ihr verbringen können. 🙂 Es war eine echte Freude, sie hier zu haben. Unser Gästezimmer darf auch von dir benutzt werden, falls es dich mal auf Norwegen verschlägt. 🙂
Nach Oktober kommt November und am 1. November ist Allerheiligen, der in Norwegen immer am ersten Sonntag im November gefeiert wird. In der Heilsarmee Sandnes hatten wir einen Gedenkgottesdienst für alle diejenigen, die seit dem letzten Allerheiligen gestorben sind. Wir lesen diese Namen laut und es gibt auch die Möglichkeit eine Kerze anzuzünden. Dieser Tag war schwierig für uns, da es noch nicht lange her war, dass Siggis Mutter gestorben war. Siggi entschied sich, zu Hause zu bleiben. Ich ging und zündete eine Kerze für seine Mutter an.

Nach dem Allerheiligen kamen auch schon bald die Vorbereitungen für die Adventszeit. Siggi und ich kauften verschiedene Dinge ein um einen richtig schönen traditionellen Adventskranz zu basteln. Am Schluss hatten wir so viele Dinge, dass es für zwei Kränze reichte. 😉 Es war schön, einen traditionellen Adventskranz im Haus zu haben, der uns daran erinnert, dass Gott Mensch wurde, um uns von allen Leiden zu erlösen. Diese Botschaft wurde im Licht der Tragödie in Siggis Leben noch wichtiger für uns.


Welcher Kranz gefällt dir besser?
Auch in der Heilsarmee hatten wir einen grossen Adventskranz und eine Krippe mit Figuren neben dem Podium.


Auch aussen schmückten wir das Haus weihnachtlich. Es tat gut, so viele Lichter um sich zu haben, wenn es doch zeitweise ziemlich dunkel war.

Ende November fiel auch der erste Schnee und verschönerte die sonst trübe und graue Landschaft in ein Winterwunderland. Ich MUSSTE einfach raus und ein paar Fotos machen. Hier eins davon:

Mit dem Advent kam auch dieses Jahr wieder die Topfkollekte und wir hatten jede Menge zu tun. Auch hatten wir dieses Jahr wieder Weihnachtsverteilung, bei welcher Paare, Familien und Alleinstehende in einer finanziell schwierigen Situation, Hilfe erhielten. Vor der Verteilung geschah allerdings noch etwas sehr Erfreuliches: meine Eltern kamen nach Norwegen! Wir sind beide unglaublich froh und dankbar für ihren Besuch. 🙂 Sie haben uns die schwierige Zeit etwas leichter gemacht und mit ihrer Art unser Haus mit Freude, Liebe, Wärme und viel Lachen erfüllt. Wir fühlen uns gesegnet, sie so lange bei uns haben zu dürfen und ich denke mit Wehmut daran, dass sie nächsten Montag wieder abreisen. Aber so lange sie noch da sind, werde ich die Zeit noch auskosten. 🙂



Ja, Siggi hat seit ungefähr November eine Lesebrille und ich finde, sie steht ihm extrem gut. 😀
Nächste Woche reisen Siggi und ich wieder einmal nach Jeløy an einen Kurs. Wir studieren ja immer noch 20% berufsbegleitend um einen Bachelor in Theologie zu erwerben. Für dieses Studium hatten wir anfangs Dezember auch noch eine Prüfung (zu allem anderen dazu). Glücklicherweise ging es gut und wir bestanden beide. 😀 Dieses Semester geht es weiter mit “Globalem Christentum”. Ehrlich gesagt, würde ich lieber nicht mehr weiterstudieren, obwohl es spannend ist. Es ist einfach ziemlich stressig, zum Arbeiten auch noch ans Lernen und die Prüfungen denken zu müssen.
Aber genug davon. Jetzt bin ich auf jeden Fall mal ein Stückchen weitergekommen in meiner Berichterstattung vom vergangenen Herbst. Das Beitragsbild enstand übrigens auch während des Spaziergangs um das Stokkalandsvatnet mit Sarah.