PS: Färöische Besonderheiten

Da habe ich doch glatt ein paar Dinge vergessen, die auch noch so interessant sind. Die Färinger haben zum Beispiel keine Klingel an der Tür. Kommt man also zu Besuch, muss man entweder laut klopfen oder die Tür öffnen und „hallo“ rufen. Ah ja, die Türen sind natürlich auch nicht abgeschlossen, sonst könnte man sie ja nicht einfach so von aussen öffnen 😉

Färinger haben ausserdem eine ganz besondere Vorliebe für alles was Pfefferminzgeschmack hat. Sei es in Kuchen, Schokolade oder Keksen, das spielt keine grosse Rolle. Sie mögen auch Lakritz, wie die Isländer, und es gibt oft nach der Hauptmahlzeit Kaffee und Schwarztee mit Keksen, Kuchen und kleinen Süssigkeiten. Das schweizerische Bettmümpfeli wird auf den Färöern zu „Drekkamun“ und besteht nicht nur aus Getränken (Kaffee und Schwarztee), wie man vermuten könnte, sondern eben auch aus Kuchen, Glacé und/oder Crèpes. Wir haben beschlossen, eine zuckerfreie Zeit einzulegen, wenn wir wieder in Akureyri sind. Wir haben in den letzten zwei Wochen extrem viel Süsses gegessen und Getrunken!

Die färöischen Inseln sind sehr christlich. Die meisten bezeichnen sich als Christen und Kirchen gibt es auch in Dörfern, die keinen einzigen Laden haben. Daher ist es auch kein Wunder, dass der Saal, in dem gestern ein Gospel-sing-along-Konzert stattgefunden hat, voll war. Ich bin immer noch überrascht von der Musikalität der Färinger! Sie singen und spielen im Durchschnitt besser als andere Nationen (Angaben ohne Gewähr 😉 ), ABER (GROSSES ABER!!): Sie klatschen auf 1 und 3!! Neeeeeeiiiin, nein, nein, nein, nein, NEIN!!! Ich habe versucht, mich nicht zu stark aufzuregen und das Konzert trotzdem zu geniessen. Hat so halb geklappt…

Super Musiker und Sänger!

Die Färöer gehören politisch zu Dänemark, weshalb in der Schule dänisch gelehrt wird. Aber das Dänisch der Färinger hört sich eher wie Norwegisch an und wird „Göte-Dansk“ („Göteborg-Dänisch“) genannt. Heilsarmeetechnisch gehören die Färöer aber zum Territorium Norwegen, deshalb sprechen sehr viele Leute in der Heilsarmee Norwegisch. Lára und Drea haben mir gegenüber da einen Vorteil, denn im Gegenzug ist das Englisch der Färinger nicht besonders gut. Trotzdem hat die Kommunikation in den allermeisten Fällen funktioniert 🙂 Ein bisschen färöisch habe ich hier gelernt. Das Schriftbild ist sehr ähnlich wie isländisch, aber die Aussprache komplett anders, das kann verwirren. Ich habe keine besonderen Ambitionen, färöisch zu lernen und bleibe bei isländisch 🙂

Heute ist unser letzter Tag auf den Färöern und wir waren zum Zmittag bei Henrietta und Sámal, den Korspleitern, zu Fisch eingeladen *schleckmjam* 🙂 Ich wurde gefragt, ob ich heute Abend im Gottesdienst ein Lied auf berndeutsch singen und spielen könnte. Werde ich. Dann geniessen wir noch den letzten Abend auf den Färöern und morgen früh um 6:00 geht’s wieder ab nach Island.

Bis bald aus Akureyri!