Aufräumen

Die Heilsarmee in Akureyri hat viel Platz, der jetzt hoffentlich umgenutzt werden soll. Ein Teil des Gebäudes war ein riesiger Abstellraum. Wir haben diesen geräumt und einen Transporter voll entsorgt. Einiges ging zu Hertex (Brocki in Island) und was sie behalten, wurde ordentlich in Regale und Kisten geräumt. Im Obergeschoss haben wir einen Raum, der als Dynamo-Raum fungiert. Wir dürfen diesen gestalten und für uns nutzen. Nun hatte es dort oben ein uuuuraltes Sofa und einen Schreibtisch, die wir nicht wollten. Den Schreibtisch hat Hannes gleich an Ort und Stelle auseinandergerissen (anders kann man das fast nicht ausdrücken, dieser Mann hat echt Kraft!) und dann entsorgt. Das Sofa haben wir auf kreative Weise zum Fenster raus, auf das Dach und von dort auf den Platz „befördert“ 😉

Viiiiiel Gerümpel…
Das kommt alles weg. Der Transporter war fast voll
Sieht schon ein bisschen besser aus
Das Dynamo-Team vor dem Transporter nachdem er wieder leer war

Am selben Abend erlebten wir das erste Mal einen Jugendgruppenabend in Akureyri. Zuerst gingen wir in der Nachbarschaft von Haus zu Haus und verteilten Einladungen zu einer Grillparty am Samstag. Ich machte es nicht gerne, weil ich mich wie als Eindringling in die Privatsphäre dieser Leute fühlte. Aber ich glaube es war gut, dass wir es gemacht haben. Schliesslich wollen wir die Hotdogs nicht alle selber essen 😉
Danach haben wir noch Spiele gemacht und viel gelacht. Hannes hat eine Andacht in isländisch gehalten und ich habe quasi gar nichts verstanden. Mann! Ich möchte gerne diese Sprache sprechen, ich möchte mit den Leuten in ihrer Sprache kommunizieren können! Leider hat mir das bisschen isländisch, das ich bis jetzt gelernt habe, noch nicht sehr weit geholfen. Ich arbeite weiter daran 🙂

Spiele am Boden. Sogar die „älteren Männer“ Hannes und Siggi haben mitgemacht 🙂

Das Haus

Schon kurz nach der Ankunft in unserem Zuhause war ich hin und weg! Es ist eher klein und alt, aber soooo super! Wir haben alle ein eigenes Zimmer, ein Badzimmer und eine Wohnküche. Im Gang steht ein Sofa, vis à vis davon hängt ein Fernseher an der Wand. Beim Eingang ist eine Art Garderobe und eine Waschmaschine. Das Haus ist einstöckig und hat wahnsinnig viel Charme und Charakter. Ich liebe es, hier zu wohnen!

Unser Haus von aussen. Es steht noch ziemlich viel „Gerümpel“ vor dem Eingang, da die Eigentümer erst gerade das Gartenhaus verkauft haben. Das kommt aber noch weg.
Gartenbeete vorne rechts neben dem Haus mit Erdbeeren, Kartoffeln, Grünkohl, Rhabarbern und vielleicht noch anderen Pflanzen? Meine Gartenkenntisse sind sehr beschränkt…
Der Eingangsbereich. Unten links sieht man einen Teil der Waschmaschine
Es ist mehr eine Sofaecke als ein Wohnzimmer, aber wir fühlen uns wohl hier
Mein Zimmer
Danke viel mal für den Kalender!! Er hat einen Ehrenplatz in meinem Zimmer 🙂
Láras Zimmer. Sie hat ein riesiges Bild vom Matterhorn in ihrem Zimmer 😀
Dreas Zimmer, sie hat das kleinste.
Das Badzimmer
Der Essbereich mit grossem Tisch
Die Küche, wo Drea gerade am Werk ist
Wenn man zwischen Küche und Esstisch raus geht, kommt man auf einen Balkon. Wir haben sogar einen Grill!
Sicht vom Balkon auf das Baumhaus und den Garten. Die Treppe zum Baumhaus ist nicht für Erwachsene gedacht 😉
Da hat Ludwig es gerade geschafft, die kleine Schlüsselbox neben der Tür zu öffnen, nachdem wir alle mehrer Male probiert haben. Es wäre eigentlich ein gutes System, da wir momentan nur einen Schlüssel zum Haus haben. Aber manchmal spinnt der Schliessmechanismus der Schlüsselbox und wir schaffen es nur mit viiiiiielen Anläufen, sie zu öffnen. Das ist eher unpraktisch wenn es draussen regnet und man keine Jacke dabei hat, so wie ich am Dienstag…

Von Ludwigs Zimmer habe ich kein Foto, da sein Zimmer entweder in Dunkelheit oder im Chaos versinkt… Ich denke mir nur, er muss sich darin wohl fühlen, nicht ich 😉

Ankunft in Akureyri und erste Tage

Seit letztem Samstag, 1. September, sind wir nun im wunderschönen Akureyri! 🙂 Die Reise von Reykjavík nach Akureyri verlief problemlos. Glücklicherweise nahmen Birna (sprich Birdna) und Hannes, die Offiziere von Akureyri meinen Koffer mit. Sie kamen gerade zurück von einem Kongress in Chicago und konnten einen Koffer von uns mitnehmen. Trotzdem war der Platz in unserem Auto sehr beschränkt. Wir brachten mit Ach und Krach den Kofferraumdeckel zu und mussten trotzdem noch Gepäck zwischen den Beinen platzieren. Es ging, aber war nicht ideal. Jaaaaa, wir hatten viiiiel Gepäck…
Wir stoppten zweimal unterwegs. Einmal um uns etwas die Beine zu vertreten und einen Hügel mit Treppen hinaufzusteigen. Es ist eine Touristenattraktion und es war ein wenig komisch, einen Hügel hinaufzusteigen und nicht einem Weg zu folgen, sondern Treppen zu steigen. Aber von oben hatte man einen super Ausblick und es tat gut, sich etwas zu bewegen.

Holztreppen auf einen Hügel hinauf
Auf dem Hügel war es ziemlich windig

Das zweite Mal hielten wir nur kurz um die Toilette zu benutzen. Insgesamt waren wir ca. fünfeinhalb Stunden unterwegs. Oh, war das ein gutes Gefühl endlich aus dem Auto auszusteigen.

Im Auto

Am Samstag kauften wir noch Esswaren für die nächste Woche ein, packten aus (zumindest einige von uns 😉 ) und assen in der Heilsarmee Akureyri Abendessen mit den Offizieren Birna und Hannes und dem Jugendleiter Siggi. Es gab ungarische Gulaschsuppe und es tat unglaublich gut, mal wieder etwas einigermassen Gesundes zu mir zu nehmen. Nach dem Abendessen gingen wir ziemlich schnell ins Bett, da wir alle von der Reise noch müde waren.

Am Sonntag war unser Willkomm-Gottesdienst, bei dem wir uns (wieder einmal) vorstellten und sagten, warum wir uns für das Dynamo-Team beworben hatten. Ja, das ist eigentlich eine gute Frage, die es noch zu klären gibt: Warum bin ich eigentlich in diesem Team? Letzten November hatte ich den Eindruck, dass ich nach dem Jahr im MissionTeam in der Heilsarmee Biel ins Ausland gehen sollte. Ich wusste allerdings nicht wohin und auch nicht, was ich dann dort tun sollte. Irgendwie keimte die Idee in mir, in den Norden zu gehen. Zuerst dachte ich an Schweden oder Norwegen. Ich kontaktierte alle Personen in meinem Umfeld, die irgendwie einen Bezug zu diesen Ländern haben und fragte nach, ob es innerhalb der Heilsarmee wohl eine Möglichkeit gebe, zu reisen und zu arbeiten. Und das sicher für ein Jahr. Letzten Endes wurde mir das Dynamo-Team von mindestens zwei verschiedenen Leuten vorgeschlagen und ich informierte mich mal. Zuerst wollte ich nicht unbedingt, da ich zu alt dafür war. Letzten Endes habe ich mich aber dafür entschieden, mich dort zu bewerben und Jesus hat jede Tür und jedes Fenster aufgemacht! Das Geniale daran ist, dass ich seit mindestens 10 Jahren unbedingt mal nach Island reisen wollte und es bis jetzt einfach nicht geschafft hatte. Und jetzt kann ich diese wunderbare Insel ganz aus der Nähe kennenlernen und sogar da wohnen! Ist Gott nicht genial?! Ich bin 100% sicher, dass ich im Moment am richtigen Ort bin und ich freue mich auf alles, was er noch mit mir vor hat 🙂

Am Sonntagnachmittag haben uns ein paar Jugendliche der Jugendgruppe Akureyri mitgenommen und uns die Stadt gezeigt. Erla (sprich Erdla) und Ollý sind 21 und 20 Jahre alt und die beiden Brüder Ormur (sprich Ormür) und Ólafur (sprich Oulafür) sind 13 und 14 Jahre alt. Es war sehr lustig, mit ihnen unterwegs zu sein 😀

Die Kirche in Akureyri
Ausblick von der Kirche aus über den Fjord
Der Anfang eines Tunnels, der den Weg nach Reykjavík vereinfachen soll. Im Winter ist die Strasse manchmal unpassierbar, weil es so viel Schnee hat.
hinten: Ormur, Ludwig, Drea, Erla, Ólafur
vorne: Ollý, Lára
Glace geht immer 😉
Noch andere Leute rollen einfach so aus Spass einen Hügel hinunter 😀 Hier ist Erla am rollen, ich war bereits wieder oben 🙂
Drea hat eine neue Sonnenbrille
Die roten Ampeln in Akureyri sind sehr einladend
Spiel und Spass auf dem Spielplatz 😉
Das innere Kind in mir 😀

Am Montag lernten wir die Heilsarmee Akureyri etwas besser kennen. Hannes und Birna erzählten uns von den verschiedenen Programmen, die bereits laufen und von den Projekten, die am Start sind. Die Heilsarmee Akureyri hat einen Heimbund, einen offenen Kindertreff, einen Teensclub, eine Jugendgruppe, einen Gospelchor, ein Unihockeyteam, ein Strickclub und viiiiiele Ideen! Ich werde mich hier sehr wohl fühlen. Es ist zwar ein kleines Korps (zwischen 10-15 Gottesdienstbesucher an einem Morgengottesdienst und zwischen 25-30 Besucher an einem Abendgottesdienst), aber die Mitarbeiter und freiwilligen Helfer haben alle ein grosses Herz für die Menschen in Akureyri. Es nehmen viele Leute von ausserhalb der Heilsarmee an den Programmen teil, was zu einer guten Mischung führt.
Am Nachmittag besuchten wir die isländische Brocki (Hertex) in Akureyri und registrierten uns im „Haus der Bürokratie“. Jetzt sind wir offizielle Bewohner von Akureyri! *Juhuuu* 🙂

Die isländische Brocki heisst Hertex
Dynamo von hinten, nachdem wir uns registriert hatten

Das Essen hier ist sehr gut, bis jetzt habe ich nur gut gegessen 🙂 Wir kochen jetzt meistens selber und Drea hat drei Sommer lang in einer Restaurantküche als Koch gearbeitet. Sie kocht super! Lára und Ludwig sind unsere „Lehrlinge“. Lára kocht jeweils mit mir und Ludwig mit Drea.

Am Dienstag hatten wir unsere erste isländisch-Lektion. Es ist eine schwierige Sprache, aber ich war noch nie für etwa so intrinsisch motiviert, wie jetzt um isländisch zu lernen! Ich will mit den Menschen hier kommunizieren können!
Den Dienstagnachmittag habe ich mit Jogging verbracht. Endlich wieder mal raus in die Natur und mich bewegen. Es tat gut und war sehr erfrischend! Nur spüre ich jetzt den Muskelkater in den Beinen und im Rücken… Am Abend nahmen wir am Strickclub teil. Ich habe mein angefangenes Jäggli mitgebracht und alle waren erstaunt darüber, wie fein die Wolle ist. Mein nächstes Projekt ist ein „Lopapeysa“, ein isländischer Wollpullover. Bin gespannt, wie lange ich dafür brauche 🙂

Reykjavík

Der erste Abend in Reykjavík war sehr entspannt. Wir kamen in der Wohnung der Divisionschefs an und gingen bald mal zu Bett. Hilde und Kolbjørn liessen uns eine Karte mit dem Wlan-Passwort und einen Beutel „Quality Street“-Schokolade da. Diese Schoggi kaufen alle Isländer zu Weihnachten, zu Ostern und zu allen anderen Feiertagen. Sie ist ähnlich wie „Celebrations“-Schoggi: Eine Packung verschiedener Geschmacksrichtungen. Ludwig probierte alle durch und machte ein Ranking. Ja, er probierte jede Sorte innerhalb von ungefähr 5 Minuten! Und es wurde ihm nicht mal schlecht dabei. Manche Leute haben einen robusten Magen…

Von den Schlechtesten zu den Besten (nach Ludwigs Meinung)

Die Tage in Reykjavík gingen relativ schnell vorbei, obwohl ich mich sehr darauf freute, endlich „zuhause“ anzukommen. Wir trafen viele Leute aus der Heilsarmee in Reykjvík, unter anderem die Offiziere Hjördis und Ingvi, das letztjährige „Dynamo-Team“ Almar (er war der einzige, darum nicht wirklich ein Team) und viele andere Leute.

Die Heilsarmee in Reykjavík ist im Moment in einem Provisorium. Der Raum ist multifunktional
Ingvi neben mir ist der Offizier von Reykjavík

Das Wetter in Reykjavík war nicht besonders, Regen mit starkem Wind und Sonnenschein wechselten sich ab, aber meistens regnete es… Zum Glück ist das Wetter hier in Akureyri (sprich Aküreyri) besser 🙂 Ein anderer Nachteil, abgesehen vom Wetter in Reykjavík, ist das Wasser. Das kalte Wasser ist super, aber wenn der Wasserhahn heisses Wasser ausspucken soll, riecht es sehr stark nach Schwefel. Und das ist ziemlich unangenehm für die Nase, es riecht wie verfaulte Eier. Der Schwefelgeruch kommt daher, dass das Wasser direkt aus den heissen Quellen, die es überall auf der Insel gibt, in die Leitungen eingespeist wird. Allerdings soll es laut Aron, Herdís‘ Mann, sehr gut für Haut und Haare sein. Nichtsdestotrotz bin ich sehr froh, dass das heisse Wasser in Akureyri nicht oder nur ganz leicht nach Schwefel riecht.

Wir lernten vieles über die Arbeit der Heilsarmee in Reykjavík, nahmen an einem „Open House“ mit Mittagstisch teil, sahen etwas von der Hausaufgabenhilfe, erlebten einen Gebetsabend und einen Spieleabend, der extra für uns organisiert wurde. Und wieder wurde das Programm der Jugendgruppe für uns verschoben, was uns natürlich sehr ehrt 🙂 Wir kosteten zum ersten Mal echte isländische Hotdogs, mit isländischem Ketchup (ist etwas milder) und viiiiielen Zwiebeln *mjammi*. Alle Leute in der Heilsarmee in Reykjavík waren sehr wohlwollend und ermutigend, was sehr gut tut! Wir wurden auch zu Pizza zu den Offizieren Hjördis und Ingvi eingeladen, sahen Pläne des neuen Heilsarmee-Gebäudes in Reykjavík, das bald einmal gebaut werden soll und unterhielten uns wunderbar. Es war lustig, ein Mix aus isländisch, englisch, norwegisch und schwedisch.

ein echter isländischer Hotdog
Spieleabend, von Almar (vorne) organisiert

Die Wand in der Heilsarmee Reykjavík ist mit einem Baum bemalt, an dem Fotos von allen Korpsmitgliedern, den Divisonsoffizieren, anderen Offizieren, dem Territorialen Leiter und seiner Frau und dem General mit seiner Frau hängen (ok, es ist immer noch André Cox, also ist der Baum nicht ganz up to date, aber immerhin hängt ein halber Schweizer dort 😉 ). Ingvi, der Offizier von Reykjavík, hat auch von uns Fotos gemacht. Jetzt sind auch wir ein Teil dieses Baums 🙂

Lára posiert vor dem Foto-Baum
Das Dynamo-Team 2018/19

Am Freitagnachmittag gingen wir auf eine kleine Sightseeingtour und ich war froh, waren wir mit Herdís und Lára unterwegs, so fühlte ich mich nicht gaaaanz so stark wie ein Tourist. Aber trotzdem, da ich mit dem Fotoapparat unterwegs war und wir englisch sprachen, war das Touristengefühl halt doch recht stark. Macht nichts, wir wohnen ja in Akureyri, nicht in Reykjavík 😉 Unterwegs stoppten wir beim Cupcake Café und assen unglaaaaaublich gute Cupcakes!

Die famöse Kirche von Reykjavík von aussen…
… und von innen
Cupcakes! Meines war das mit dem blauen Topping
Drea und ihr Cupcake 🙂

Kurzbesuch in Reykjanesbær

Nach der Landung in Keflavík mieteten wir ein Auto, das genug Platz für fünf Personen und Gepäck für ein Jahr bieten sollte. Mit Betonung auf „sollte“! Wir brachten sehr knapp alle unsere Gepäckstücke hinein. Der Kofferraumdeckel schloss nicht ganz und wir auf der Rückbank hatten mehrere Gepäckstücke zwischen den Beinen und auf dem Schoss… Aber ja, wir schafften es tatsächlich bis nach Reykjanesbær (sprich Reykjanesbäir) wo wir die Heilsarmee besuchten. Zuerst trafen wir die Offiziere und die Jugendarbeiterin und wurden mit Brot, Aufstrich und Kuchen verköstigt 🙂 Die Offiziere stammen ursprünglich von den Färöern und sind jetzt seit einem Jahr in Reykjanesbær. Sie sprechen noch nicht so gut isländisch, weswegen sie einen Sprachkurs besuchen. Ágústa (sprich Augusta), die Jugendarbeiterin ist selber Mutter von fünf Kindern und ihr Herz schlägt für die Jugendlichen. Es ist erfrischend, sie im Umgang mit „ihren“ Teenagern zu beobachten. Dies konnten wir am selben Abend, da Ágústa den Jugendgruppenabend, der normalerweise am Donnerstag stattfindet, auf den Mittwoch verschoben hat, damit wir dabei sein können. Es ist eine aufgestellte Schar Teenager. Einige sprechen sehr gut englisch, andere überhaupt nicht. Trotz Sprachbarrieren haben wir uns sehr gut unterhalten 🙂 Wir haben zuerst Fajitas und Tacos gegessen und danach Kreisspiele (Jungschideutsch: Hosensackspiele) gespielt, Drea hat einige erklärt und Herdís hat ihre Erklärungen ins Isländische übersetzt. Es war ein sehr lustiger Abend und wir werden die Heilsarmee Reykjanesbær wahrscheinlich nach Weihnachten wieder besuchen.

Drea hinter mir bei einem sehr lustigen „Monster und Vogel“-Spiel
Ágústa spielt einen Zombie 😉

Am gleichen Abend, nach dem Treffen mit der Jugendgruppe sind wir ungefähr eine Stunde nach Reykjavík gefahren. Die nächsten Paar Tage durften wir in der Wohnung der Divisionschefs Hilde und Kolbjørn wohnen, die ja in den Ferien in Norwegen waren. Gut für uns!

Endlich Island

Ja, wir sind endlich in Akureyri, unserem Zuhause, angekommen. Unser Flug von Oslo nach Keflavík (sprich Keplavik) war sehr ruhig. Aus dem Flugzeug hatte ich bereits einen super Ausblick auf Island, hier einige Bilder 🙂

Wir flogen mit Icelandair
Island von oooooben 🙂
Noch mehr Island von oben 😀
Ich glaube, das ist ein Teil des grössten Gletschers Europas. Bin aber nicht ganz sicher

Ein Tag in Oslo

In den letzten Tagen hatte ich eine sehr instabile oder gar keine Internetverbindung, daher kommen die Erzählungen über Oslo, Reykjavík und Reykjanesbær erst jetzt… Viel Vergnügen beim Lesen! 🙂

Letzten Dienstagmorgen, 28. August, sind wir von Moss nach Oslo abgefahren. Wir haben das Territoriale Hauptquartier besucht, durften uns in einer Sitzung der Leitung des Territoriums Norwegen/Island/Färöer vorstellen und wurden sehr ermutigt. Wir trafen als erstes die Divisionschefs der Division Island und Färöer, Hilde und Kolbjørn (sprich Kolbjörn) die gerade in den Ferien in Norwegen waren. Wir werden sie später nochmal in Reykjavík besuchen. Alle Angestellten, die wir trafen, waren sehr freundlich und offen und freuten sich offensichtlich, dass wir als Dynamo-Team Gottes Reich bauen wollen 🙂

Nach dem Rundgang im THQ führte uns die territoriale Jugendsekretärin, Silje, durch Oslo. Wir besuchten das Denkmal zum Massaker von 2011 auf der Insel Utøya. Das war sehr eindrücklich, bewegend und schockierend zugleich. Ich stelle mir immer wieder die Frage, was mit einem Menschen geschehen muss, damit er zu so einer grausamen Tat fähig wird. Es gibt Dinge, die ich nie verstehen werde…

Wir sahen aber auch andere, etwas erfreulichere Seiten von Oslo. Wir besuchten die meisten Institutionen der Heilsarmee in Oslo und es ist sehr spannend, was sie anbieten und wie sich die Arbeit in Oslo von der in Biel unterscheidet und was ähnlich ist. In der Lebensmittelabgabe erhielten wir 15 Tafeln norwegischer Schokolade, da die Heilsarmee vom Hersteller 20‘000 Tafeln (ca. 4 Tonnen) geschenkt bekommen hat. Der Grund für diese Spende war ein kleiner Druckfehler auf der Verpackung, aber der Hersteller konnte sie nicht mehr verkaufen. Die Heilsarmee Oslo versinkt im Moment in Schokolade 😉

Nach der Tour durch Oslo waren wir bei Silje und ihrer Familie zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Ihr Mann, Thomas, war einer der „Lehrer“ die wir in der Woche in Moss hatten. Er hat uns über Stille Zeit mit Gott gelehrt, was sehr spannend war!

Es tat gut, nach der anstrengenden Stadttour ein bisschen zu entspannen. Aber lange konnten wir nicht bleiben, da unser Gepäck noch im Büro von Silje war und wir zu unserem Nachtquartier kommen mussten. So machten wir uns mit dem Tram auf, holten unser Gepäck und gingen dann zu Fuss ca. 800 Meter zur Wohnung, die wir für eine Nacht gemietet hatten. Es war eine sehr schöne Wohnung, mitten im Zentrum von Oslo, ca. 600m vom Bahnhof Oslo S (Oslo Central Station) entfernt, aber mit einer sehr spärlich ausgerüsteten Küche. Daher entschieden wir uns, das Abendessen einfach zu halten.

Bevor wir jedoch überhaupt dazu kamen Abendessen und Frühstück einzukaufen, schellten plötzlich im ganzen Haus Alarmglocken. Zuerst waren wir sehr verwirrt, danach ein bisschen verunsichert. Nachdem wir festgestellt hatten, dass es der Feueralarm ist, beschlossen wir, es den anderen Gästen gleichzutun und das Haus zu verlassen. Wir standen also kaum angekommen schon wieder auf der Strasse. Nach ca. 10 Minuten heulten Sirenen auf und zwei Feuerwehrautos kamen angefahren. Vier Feuerwehrmänner in Vollmontur betraten das Gästehaus. Sie kamen nach einigen Minuten gelassen wieder heraus: Es war ein Fehlalarm und nirgends Feuer zu sehen. Obwohl ich dies bereits vermutet hatte, war ich trotzdem froh, zu wissen, dass wir wieder hinein konnten und mein Gepäck für ein Jahr in Sicherheit war. Es ist ein bisschen ernüchternd, festzustellen, dass mir meine persönlichen Gegenstände doch einiges bedeuten und ich nur ungern darauf verzichten würde. Eigentlich würde ich ja gerne sagen, dass Besitz nicht wichtig ist. Und dann, wenn es hart auf hart kommt, merke ich, dass es mir doch wichtig ist. Aber Jesus weiss, was ich brauche und hat unser Gepäck bewahrt. Dafür bin ich sehr dankbar!

Nach dem Abendessen machten Lára und ich uns auf, um Oslo noch ein wenig anzuschauen. Wir gingen bis zum Pier, wo Segelboote angebunden waren und liessen den Abend bei guten Gesprächen ausklingen.

Der Eingang zu unserem Gästehaus in Oslo
Brunnen in Oslo
Lára und ich

Am nächsten Morgen konnten wir ausschlafen, da wir erst um 10:30 zum Bahnhof gehen mussten. Die Zugreise zum Flughafen, das Checkin, die Sicherheitskontrolle, alles wovor ich in der Schweiz solche Angst hatte, ist problemlos verlaufen. Mein grosser Koffer wog plötzlich ein Kilo weniger als auf der Reise von Genf nach Oslo. Ich verstehe nicht ganz warum, weil ich nicht weniger Dinge eingepackt hatte, aber ich war sehr froh, musste ich keine Extrakosten zahlen. Nach der Sicherheitskontrolle hatten wir noch ungefähr eine Stunde Zeit, bevor das Flugzeug abfliegen sollte. Die ganze Reise verlief sehr ruhig und wir kamen pünktlich auf dem Flughafen Keflavík (sprich Keplavik) an.

Tschüss Moss!

Heute war der letzte Tag in Moss. Morgen früh fahren wir mit dem Zug Richtung Oslo, wo wir den Tag verbringen. Wir werden das Territoriale Hauptquartier der Heilsarmee Norwegen/Island/Färöer besuchen und dort herumgeführt werden.

Die letzten beiden Tage waren gefüllt mit vielen Ermutigungen 🙂 Der Gottesdienst gestern war zwar komplett in norwegisch, aber Lára hat für mich die wichtigsten Dinge auf englisch übersetzt. Wir haben uns in diesem Gottesdienst auch kurz vorgestellt und erzählt, warum wir uns für Dynamo entschieden haben. Nach dem Gottesdient gab es Kuchen und Sandwiches (seeeeeehr lecker!!) und wir hatten gute Gespräche. Ich stelle fest, dass die Norweger sehr viel und zu ungewohnten Zeiten essen. Gestern hatten wir Frühstück, Lunch nach dem Gottesdienst, „Middag“ zwischen 15 Uhr und 16 Uhr, Abendessen um ca. 18:30 Uhr und es stehen immer Kekse oder Süssigkeiten oder Früchte für uns da. Also verhungert bin ich ganz sicher nicht! Ich musste mich allerdings an das Essen der Norweger gewöhnen… Sie essen sehr viel Fleisch und deftige Speisen, eher wenig Gemüse (zu wenig für meinen Geschmack) und zum Teil sehr ungewohnte Kombinationen. Aber meistens ist es gut, füllt den Magen und ist eiiiinigermassen gesund. Aber ich merke schon, dass ich mir anderes gewohnt bin. Leichteres Essen und mehr Gemüse und Früchte. Sobald wir in Akureyri wohnen, werde ich meine Ration an Gemüse und Früchte bekommen, da wir selber einkaufen können. Leider wird die Auswahl nicht besonders gross sein, meint Herdís…

Wie bin ich vom Gottesdienst auf Gemüse gekommen? Egal… Gestern Nachmittag haben wir die Fähre von Moss nach Horten und wieder zurück genommen, einfach um den Ausblick und das schöne Wetter zu geniessen.

Sicht von der Fähre aus: In der Mitte ist das Heilsarmee-Gebäude (dunkel und weiss nebeneinander), in welchem wir untergebracht sind
Aussicht von der Fähre
Drea, Ich, Lára und Ludwig

Heute hätten wir eigentlich eine Lektion zum Thema Jüngerschaft gehabt, aber unser „Lehrer“, Hilding, hatte einen sehr stressigen Arbeitstag und uns vergessen. Es tat ihm unglaublich leid und er sagt, dass er uns unbedingt im März treffen will, wenn wir wieder nach Moss kommen.

Die freie Zeit haben wir genutzt um gemeinsam Bibel zu lesen, darüber auszutauschen, wie Gott zu uns spricht, wie unterschiedlich es sein kann und dass der persönliche Auftrag für jeden anders aussieht. Es war sehr ermutigend von Herdís zu hören, warum sie Dynamo leitet und von anderen, wie sie Gott bereits in ihrem Leben gehört haben.

Jetzt bin ich sehr müde und sollte schlafen, weil wir morgen ziemlich früh nach Oslo aufbrechen. Es würde mich freuen, von dir zu hören!

Viel gelernt…

Die erste Woche bestand grösstenteils aus vielen Lektionen über Teamwork, Persönlichkeitsstrukturen, Leiterschaft, Stille Zeit (mit und ohne Gott) und aber auch viel Freizeit.

Ich verbessere mein englisch Tag für Tag, weil die Umgangssprache hier englisch ist. Der Vorteil ist, dass die meisten besser sprechen als ich und ich somit davon profitieren kann, dass sie mich korrigieren 🙂 Andererseits ist es anstrengend, jeden Tag in einer Fremdsprache zu sprechen… Manchmal vermisse ich es, berndeutsch oder französisch zu sprechen. Dann rufe ich zum Beispiel jemanden an, oder hinterlasse eine Sprachnachricht 🙂

Im Moment ist es gut, dass wir separate Zimmer haben, so haben wir alle noch unsere Privatsphäre. Auch in Akureyri werden wir (höchstwahrscheinlich) alle ein eigenes Zimmer haben, das ist gut 🙂
Ja, gestern hatten wir die erste kleiner Krise… Aber jetzt ist wieder gut, wir haben darüber gesprochen. Wir alle lernen einander besser kennen und wir merken, wo die Grenzen sind. Zu Beginn der Woche haben wir über einige Dinge gesprochen und uns auch da schon besser kennengelernt, aber in der Realität ist es manchmal schwierig, die Grenzen zu erkennen. Ich habe aus dieser Situation gelernt, dass ich Konflikte ansprechen muss. Das war tatsächlich auch einer der Punkte, den ich anfangs Woche genannt hatte. Ich mag Konflikte nicht… Ich habe es am liebsten, wenn alle gut miteinander auskommen. Aber so ist das Leben nun mal nicht und ich muss lernen damit umzugehen. Ich bin froh, ist diese Situation gelöst und meine Lektion für dieses Mal gelernt.

Heute war ein freier Tag, den ich mit Ludwig und Lára verbrachte. Herdís und Drea sind nach Oslo gefahren, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Wir haben uns Moss ein wenig angesehen, sind durch einen Park spaziert und haben in riiiiiiesigen Stühlen gesessen. Zum Abendessen waren wir bei Láras Eltern eingeladen, die in der Nähe von Moss wohnen.

Riiiiiesige Stühle
Noch ein riiiiiesiger Stuhl

Wir werden in diesen zehn Monaten seeeeehr viele Filme schauen, da Ludwig bei jedem zweiten Gespräch einen neuen Film vorschlägt, den man angeblich gesehen haben muss 😉 Ich glaube, es wird lustig 😀

Die ersten Tage

Ich bin noch gar nicht so lange hier und doch fühlt es sich bereits lange an. Da unser Team aus vielen Leuten mit hohem I (= initiativ, gesellig, menschenorientiert) im persolog-Persönlichkeitsprofil besteht, haben wir schnell erste Kontakte geknüpft. Auch der einzige Mann in der Truppe fühlt sich sichtlich wohl. Das Gruppenfoto ist eines von vielen, ich glaube es gibt keines, auf dem alle seriös lächeln 😉

Wie bereits gestreift im oberen Abschnitt haben wir gestern die Kurzversion des persolog-Persönlichkeitsprofils ausgefüllt und heute die beiden Lektionen zu Leiterschaft gehabt. Der erste Teil drehte sich vor allem um Leiterschaft allgemein und in der Heilsarmee. Im zweiten Teil haben wir eine kurze Einführung in das persolog-Persönlichkeitsprofil gehabt und danach unsere Ergebnisse miteinander geteilt, Rückmeldungen gegeben und ausgetauscht. Am Schluss hat unser Kursleiter Rune (sprich Rüne) ein Teamprofil erstellt, das uns aufzeigen sollte, wo unsere Stärken liegen und bei welchen Dingen wir aufpassen müssen, dass sie nicht untergehen.

Gestern haben wir den meisten Tag draussen verbracht. Es war herrliches Spätsommerwetter! Wir haben einiges vom Areal gesehen, das der Heilsarmee in Moss gehört und die Geschichte dazu. Auch waren wir in einem kleinen aber feinen Museum zur Geschichte der Heilarmee in Norwegen. Am Abend ist jeweils jemand von uns verantwortlich, das Abendessen fertig zu kochen. Es wird für uns vorbereitet, aber wir müssen es noch „fertigstellen“. Gestern war Lára dran und ich habe ihr geholfen. Ludwig will kochen lernen und hat gedacht er will früh damit anfangen. Wir hatten unseren Spass 😉

Seriööööös am Kochen 😉

Heute ist das Wetter herbstlicher. Es hat fast den ganzen Vormittag geregnet und war windig. Mittags etwas Sonne, jetzt ist der Himmel wieder bedeckt. Ich hoffe, es regnet heute Abend nicht, denn wir wollen draussen Freesbee-Golf spielen 🙂 Aber wenn ich ehrlich bin, mag ich das kühlere Wetter nach diesem heissen Sommer sehr! Ich freue mich jetzt schon auf viel Schnee, Polarlichter und warme Winterpullis 🙂