Isländischer Frühling

Gestern habe ich den botanischen Garten in Akureyri besucht. Unterdessen ist auch in Nordisland Frühlingsstimmung 🙂 Es tut gut, nicht mehr total eingepackt nach draussen gehen zu müssen. Hier ein paar Impressionen vom isländischen Frühing:

Einsames Stiefmütterchen
Ein kleines Insekt. In Island eher selten
Es grünt so grün
Krokusse
In Nachbars Garten
Knospen geben Hoffnung 🙂

Das Leben geniessen!

Wahrscheinlich denkst du schon eine Weile, dass ich hier in Island nichts anderes mache als das Leben geniessen. Naja, ganz falsch bist du nicht, für mich ist es wirklich mehr eine Auszeit als Schwerstarbeit. Aber dass du diesen Eindruck erhältst hat grösstenteils auch damit zu tun, dass ich dir von unseren spannenden Erlebnissen und von Ausflügen häufiger berichte als vom alltäglichen Leben.

Die Ostertage sind intensiv und gleichzeitig locker. Gestern durften wir einen Ausflug ins „Geosea“ in Husavík geniessen und danach ein feines Znacht im Restaurant Bautinn in Akureyri.

Hannes, Birna und ich im Geosea in Husavík
Foto Lára

Heute ist unser freier Tag und wir Aron hat uns zum Fischen mitgenommen. Das war das erste Mal fischen in meinem Leben! Wir waren nicht besonders erfolgreich, aber Spass gemacht hat es trotzdem 🙂

Lára beim Fischen
Und Lou am Fischen 😉
Foto Drea

Morgen, am Ostersonntag und -montag steht ziemlich dichtes Programm an. Wir haben einen Kindergeburtstag, gefolgt von Vorbereitungen für den Ostergottesdienst, den Ostergottesdienst, aufräumen danach und am Montag ein Spezial-opið-hús für Kinder mit einem abschliessenden Hotdogfest, wozu auch die Eltern eingeladen sind.

Am Dienstag geht es dann für Drea und mich ab nach Reykjavík und Lára fährt am Montagabend nach Norwegen zu ihrer Familie, um bei der Konfirmation ihres Bruders dabei zu sein. Von Reykjavík/Norwegen geht es dann direkt nach London!

Wie du siehst, viel Programm, aber dabei viel Gelegenheit, das Leben zu geniessen! 🙂

Das nenne ich eine Wanderung!

Am Sonntag habe ich meine erste Wanderung in Island unternommen. Rúnar (sprich Runar), ein Freund von Aron und Herdís, hat Herdís, mich und seine sechsjährige Tocher Margrét (sprich Margriet) zum Hraunsvatn (sprich Hröinsvatn) mitgenommen. Dies ist ein See, der zwischen zwei Bergketten liegt, von der Strasse aus nicht sichtbar. Es wurde mir gesagt, dass dies keine allzu lange Wanderung ist und auch nicht schwierig. Ich dachte mir „gut, das wird ein leichter Einstieg“. Hihi, ich bin noch nicht an die isländische Natur gewöhnt! 😀 Leicht war es definitiv nicht, dafür spannend und abenteuerlich.

Am Anfang sind wir mal drauflosgegangen und haben versucht, rot bemalte Holzstecken zu finden, die den Weg markieren. Den ersten haben wir gefunden, danach keinen mehr. Der Aufstieg war also zu nahezu 100% querfeldein, was bei den Bedingungen gar nicht so einfach war. Das Terrain änderte sich, je höher wir stiegen.

Rote Wegmarkierung. Beim Aufstieg haben wir nur eine einzige gefunden
So sah das Terrain am Anfang aus. Ziemlich bucklige Graslandschaft
Ein bisschen höher ist das Terrain dann von mittleren und grösseren Felsblöcken gezeichnet
Im Bild Rúnar unser „Bergführer“ und Herdís

Dass wir dem Pfad nicht folgten hatte zwei Gründe: 1. Weil wir die weiteren Markierungen nicht fanden und 2. weil wir möglichst viele Schneefelder vermeiden wollten. Da es erst April ist, sind die Berge noch nicht schneefrei. Diese Schneefelder können mühsam zu queren sein und das wollten wir vermeiden. Dafür bereicherten Felsblöcke, niedrige Büsche und weicher Lehmboden, in dem man einsank, den Weg 😉 Es war abenteuerlich-toll aber auch ein wenig anstrengend.

Herdís‘ Fussabdrücke im weichen Lehmboden. Man kann sich ausdenken, wie die Schuhe danach ausgesehen haben. Da waren wir für ein wenig Schnee zum putzen der Schuhe ganz dankbar 😀

Für den Aufstieg brauchten wir ca. zweienhalb Stunden, geplant wäre ca. einenhalb Stunden gewesen. Ich war extrem erstaunt über das Durchhaltevermögen der sechsjährigen Margrét! Sie hat kaum gejammert und mit einem Lächeln die verschiedensten Spiele erfunden. Als sie einmal geklagt hat, sie sei müde, hat Rúnar gesagt: „Ja, ich glaube dir, dass du müde bist, aber dagegen kann ich jetzt nichts tun. Du kannst dich entweder entscheiden dich zusammenzureissen und weiterzugehen oder das nächste Mal zu Hause Fotos anschauen von dem Ort.“ Darauf antwortete sie: „Nein, das macht ja keinen Spass, ich will es lieber selber sehen.“ Das innere „Yes!“ von Rúnar war ihm am Gesicht anzusehen 😀

Margrét langweilte sich nicht, sondern fand immer wieder ihre eigenen Wege. Auch wenn diese nicht immer energieeffizient waren 😉

Nicht nur Pflanzen und Felsen begegneten uns, sondern auch Schneehühner. Ich hatte noch nie ein Schneehuhn gesehen und war ganz begeistert. Kleines Rätsel: Wer findet das Schneehuhn auf dem Foto?

Wo steckt das Schneehuhn?
Kleine Hilfe: So sieht ein Schneehuhn aus 🙂

Nach den zweienhalb Stunden Aufstieg erreichten wir die Krete und konnten auf den See hinunterblicken. Es war wunderbar zu wissen, dass wir angekommen waren. Der See selber war noch halb gefroren und nicht ganz so sichtbar wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber trotzdem wunderschön!

Hraunsvatn im April

Auf der Krete machten wir eine längere Pause und genossen die Aussicht. Dann machten wir uns an den Abstieg, der wesentlich einfacher war, da wir versuchten, den Wegmarkierungen zu folgen. Allerdings mussten wir dann ein paar Schneefelder queren. Was aber mit „Füdlerütscher“ auch zum Erlebnis gemacht wurde. Rúnar brachte drei Stück mit und sie kamen an zwei Stellen zum Einsatz. Unterwegs begegneten wir auch rotem Boden, der die Schuhe wieder nach reinigendem Schnee schreien liess.

Schöner roter Boden

Was natürlich auch supertoll war, war die Aussicht auf die andere Seite des Tals und auf den Ozean in der Ferne!

Die Aussicht von unterwegs, in der Ferne ist der Ozean zu sehen

Bald erreichten wir die Talsohle und das Auto. Fazit: Es war ein echtes Island-Erlebnis, mit allem Drum und Dran 😀 Wenn der Schnee geschmolzen ist, wird die Wanderung einiges einfacher, da man einfach dem markierten Pfad folgen kann. Ich habe es sehr genossen, war danach aber ziemlich kaputt und spürte meine Oberschenkelmuskeln. Ein entspannendes Bad danach hat sehr gut getan 🙂

Viele, viele pylsur

Letztes Wochende war ziemlich vollgepackt. Am Samstag konnte ich endlich meinen lang gehegten Traum verwirklichen und Skifahren gehen! 🙂 Erla, eine junge Frau aus der Jugendgruppe hat mich mitgenommen. Am Berg haben wir dann noch eine Freundin von Erla getroffen, die sich uns angeschlossen hat. Ausserdem war auch Drea dabei, die das allererste Mal auf alpinen Skiern gestanden hat. Sie ist durch und durch Norwegerin und sehr vertraut mit Langlaufskiern, ist aber noch nie einen Berg hinuntergefahren. Sie hat sich sehr gut geschlagen und hat sogar ein wenig Spass gehabt dabei 😉 Am nächsten Morgen spürte sie allerdings die Folgen der vielen Stürze…

Da das Skigebiet klein und übersichtlich ist, sind wir nicht immer alle zusammengeblieben. Und zwischendurch gabs auch Mal Pause und Zeit, isländische Hotdogs (pylsur) zu essen.

Gruppenfoto 😀 Drea und Erla links und rechts von mir
Foto Erla

Akureyri ist übrigens nicht das Skigebiet, wo man bis zum Ozean hinunterfahren kann. Dies befindet sich in einem der benachbarten Dörfer. Aber trotzdem hatten wir eine tolle Aussicht auf die Stadt und den Fjord.

Die Aussicht vom Bergrestaurant

Der nächste Tag war gefüllt mit verschiedenen Gottesdiensten. Zuerst waren wir in der Landeskirche in Dalvík zu besuch. Dalvík ist ein Dorf (ca. 1500 Einwohner) ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt von Akureyri entfernt. Wir durften dort im Gottesdienst die Heilsarmee, das Projekt Dynamo und uns selber ein wenig vorstellen. Lára hat erzählt, wie Gott in ihren Panikattacken sehr spezifisch zu ihr gesprochen und sie ermutigt hat. Wir waren beeindruckt, wie viele Leute am Gottesdienst teilgenommen hatten, die Kirche war fast voll! Nach dem Gottesdienst gab es Zeit für Gespräche und etwas zu Essen: pylsur! 😀

Der Frauenchor in der Kirche Dalvík hat den Gottesdienst musikalisch unermalt:

Am Abend hatten wir bei uns im Korps Akureyri Gottesdienst. Dabei ging es um das Thema Umwelt und welche Verantwortung uns Gott gegeben hat, als er sagte: „Regiert über die Erde.“ (1.Mose 1,28 frei nach Lou) Regieren heisst eben nicht ausbeuten, sondern dafür sorgen, dass es allen gut geht. Sorge tragen zur Umwelt, zu Mensch und Tieren ist keine politische Aktivität und hat mit Parteien links oder rechts nichts zu tun. Es geht darum, Leben zu erhalten und den Auftrag auszuführen, den Gott uns gegeben hat. So, hier ist meine Predigt zu Ende 😉

Ich mag Montage im Dynamo-Jahr sehr 😀 Sie sind meistens folgendermassen aufgebaut: Am Vormittag Teamsitzung mit einer Kleinigkeit zu essen (Maiswaffeln und Humus), am frühen Nachmittag entweder Vorbereitungszeit oder frei und um 15:00 Heimbund. Letzten Montag sind wir nach dem Heimbund ins Schwimmbad gefahren und haben das schöne Wetter genossen 🙂 Fast hätte ich einen Sonnenbrand gekriegt, aber glücklicherweise nur fast! Nach dem Aufenthalt in der Badi haben wir uns zu Hause an einem einfachen Znacht gütlich getan. Dreimal darfst du raten, was wir gegessen haben. Natürlich: pylsur! Ich mag meine am liebsten mit viiiiiel Zwiebeln und entschuldige mich im Voraus für das Lüftchen.

Wie du siehst, haben wir eine Menge Spass, vergessen aber unseren Auftrag und die ernsthaften Seiten des Lebens dabei nicht. Es ist genial zu sehen, wie Gott uns braucht und Menschen seine Liebe erfahren dürfen! Das ist das schönste Erlebnis!

Frühling, Frühling!

Endlich ist er da, die schönste aller Jahreszeiten: der Frühling! Ich liebe es, wenn die Sonne länger scheint, die Blumen zu blühen beginnen und überall grün spriesst! So weit sind wir in Akureyri noch nicht gerade, aber immerhin ein bisschen Frühling haben wir schon 🙂 Blumen spriessen und ich habe auch schon ein paar „Wydebüsseli“ gesichtet. Die Temperaturen steigen immer öfter über null Grad und die Sonne lässt sich häufiger blicken.

Gestern durften wir zudem mal wieder einen Ausflug geniessen 🙂 Wir sind in den benachbarten Fjord Skagafjörður gefahren. Zuerst haben wir Hofsós besucht, ein 150-Seelen-Dorf mit einigen sehenswerten Attraktionen. Die Küste ist gezeichnet von sechseckigen Basaltsäulen, die den Architekten der berühmten Kirche von Reykjavík, der Hallgrimskirkja, inspiriert haben.

Manche dieser Basaltsäulen sind sehr hoch
Es ist faszinierend, wie gleichförmig diese Säulen sind. Sind sie doch natürlicherweise durch Lava entstanden.
Fjordauswärts ist noch eine Insel sichtbar. Sie diente früher als „Gefängnis“

Als nächstes haben wir das Schwimmbad in Hofsós besucht. Es ist klein: ein Schwimmerbecken, ein „heitturpottur“ und ein flaches Becken mit kühlerem Wasser für Kinder. Und doch hat dieses kleine Schwimmbad eine fantastische Aussicht. Wenn man schwimmt, wähnt man sich im Ozean, da die Wasserlinie des Beckens mit der des Fjords verschwimmt.

Bad mit Aussicht: Unten sieht man einen Teil des Schwimmerbeckens

Auch ein Museum und eine süsse kleine Kirche hat das Dorf zu bieten. Da wir aber nach dem Baden hungrig und durstig waren, sind wir in den nächst grösseren Ort gefahren.

Die Kirche von Hofsós

In Sauðárkrókur haben wir in einer Bäckerei/Café Mittag gegessen. Danach haben wir uns im Städtchen (um die 2000 Einwohner) umgesehen und den Laden besucht, in dem man wirklich alles kaufen kann. Von Fischerausrüstung über Gewehre zu Lebensmitteln, Kleidern und Waschmaschinen bietet dieser Supermarkt wirklich alles. Es ist lustig, aber für mich keine Alternative, da ich nachhaltig und fair einkaufen möchte. Die allermeisten dieser Waren sind halt „normal“.

Die Kirche von Sauðárkrókur ist hübsch und ziemlich gross
Die Hauptstrasse von Sauðárkrókur. Es gibt viele farbige Häuser hier 🙂

Die Krokusse im Titelbild habe ich auch in Sauðárkrókur fotografiert. Aber auch bei uns in Akureyri sieht es unterdessen so aus 🙂

 

Hoppla, wie die Zeit verfliegt!

Ja, ich weiss, ich habe mich viiiel zu lange nicht mehr gemeldet… Das tut mir auch ausdrücklich leid und ich mache es wieder gut, indem jetzt ich einen umso längeren Artikel schreibe 😉 Nein, keine Sorge, ich bombardiere dich nicht mit lauter Dingen, die du gar nicht wissen willst. Oder vielleicht doch? Das musst du entscheiden. Aber wenn dem so wäre, dann gib mir doch eine Rückmeldung! Schliesslich ist dieser Blog nicht dafür da, dich zu langweilen, sondern dich auf dem Laufenden zu halten und ein wenig zu amüsieren 🙂

So, nun sind wir alle wieder in Akureyri (eigentlich schon seit letztem Donnerstag Mitternacht, aber das tut nichts zur Sache 😉 ) und es ist echt schön, ein bisschen grauer Alltag zu haben. Auch wenn im Dynamo-Jahr „Alltag“ nicht so eng gesehen werden darf. Wir haben immerhin ein paar Wochen mit nicht allzuviel Spezialprogramm vor uns und das tut zur Abwechslung echt gut! 🙂

Reykjavík ist nach wie vor eine Stadt voller Rätsel für mich. Ich bin ziemlich froh, dass ich dort nicht dauerhaft leben muss, aber Kurzaufenthalte meistere ich unterdessen ziemlich gut 😀 Ich mag die Stadt eigentlich und vor allem die Leute im Heilsarmeekorps dort sind extrem offen, freundlich und ehrlich. Viele von ihnen haben bereits Einiges durchgemacht und haben in der Heilsarmee eine neue Familie gefunden. Und das ist der Geist, den ich dort spüre: Wer hereinkommt, wird willommen geheissen und nach kurzer Zeit in die Familie aufgenommen. Das ist wunderbar!

Reykjavík: Hagel und Sonnenschein. Im Hintergrund die berühmte „Hallgrimskirkja“

Hier in Akureyri hat die Planung des nächsten Schuljahres angefangen und ich bin echt begeistert von den Projekten! 🙂 Mein Herz sagt „Bleib hier und sei Teil davon“, was mein Verstand sagt, habe ich bis jetzt noch nicht schlüssig herausgefunden… Wir werden sehen.

Der Frühling hat sich erst ein bisschen bemerkbar gemacht. Vorgestern haben wir festgestellt, dass es ziemlich warm ist draussen! Das bedeutet in isländischem Wetter: ein paar Grad über Null und keine Mütze und Handschuhe benötigt. Das war unser erster Vorgeschmack auf den Frühling 😀 Heute Nacht hat dann der Winter wieder zugeschlagen und heute war der Boden wieder schneebedeckt. Aber wir geben nicht auf, der Frühling kommt bestimmt!

Unser Garten ist wieder im Schnee, wie so oft in diesem Winter. Anscheinend lässt sich der Frühling noch ein weng Zeit

Die isländische Wetterdiva

Gestern sind wir aus Norwegen zurückgekehrt (übrigens ein super Wochenende, davon später) und haben Drea und Lára in Reykjavík zurückgelassen. Keine Angst, sie wollten das so! 😉

In Keflavík (wo der Flughafen ist) war es ausnahmsweise mal schön, wenn auch ziemlich windig. Aber schon Reykjavík, eine halbe Autofahrtstunde später, empfing uns mit Regen. Lára sagte, das schlechte Wetter in Island ist sehr loyal. Für den südwestlichen Teil der Insel gilt das ganz bestimmt. Aber auf dem Weg nach Akureyri hat sich herausgestellt, dass das Wetter in Island eben doch eine Diva ist, die sich nicht entscheiden kann.

Herdís und ich sind mit dem Mietauto nach Akureyri gefahren und die Wetterdiva hat uns begleitet: Zuerst Sonnenschein und Wind, dann Regen, Schnee, Nebel und in Borgarnes sogar Hagel! Wir wollten Kaffee holen und genau in dem Moment, als Herdís den Motor auf dem Parkplatz abstellte und wir aussteigen wollten, begann es zu hageln. Wir warteten ein paar Minuten und das Ganze war vorbei.

Auf der Strasse in den Bergen war die Sicht vom hochgewirbelten Schnee so schlecht, dass wir nur 30km/h fahren konnten. Zusätzlich war die Strasse teilweise mit einer 5-10cm dicken Schicht „Pfludi“ bedeckt. Trotz allem wurden wir bewahrt und sind glücklich und heil in Akureyri angekommen 🙂

Einen Vorteil hat dieses Wechselspiel: Gefällt dir das Wetter nicht, wartest du fünf Minuten und du hast anderes 😉

Ps: Auf diesen langen Autofahrten trainiert Herdís mit mir isländisch 😀 Das ist super, ich kann mich bereits ein bisschen unterhalten 🙂

 

Arbeit ist nicht alles

Diese Woche war etwas ruhiger. Daher habe ich Zeit, einen Artikel zu schreiben, der einen etwas anderen Einblick in das Dynamo-Team gibt. Also du wirst vor allem Drea sehen 😉 Wenn Drea singt, braucht sie auch ein Mikrofon! Und da ist es eigentlich ziemlich egal, um welchen Gegenstand (oder auch nicht Gegenstand) es sich dabei handelt. Aber sieh doch selbst:

Zuerst fungiert Aron als Mikrofon…

 

… dann ist er selbst der Sänger
Ein Putzmittelspray geht genau so gut…
…wie das Rohr der Abwaschmaschine
Ein Kreuz (schliesslich sind wir Christen! 😉 )
Auch Slimey, selbstgemacht, funktioniert als Mikrofon. Leider nur temporär…
Etwas beständiger ist dagegen der Kerzenhalter
Diverse Küchenutensilien werden als Mikrofon zweckentfremdet. Hier z.B. ein Backhandschuh
Oder ein Messer. Wir sind jederzeit gerüstet!
Auch der „Härdöpfustünggu“ kommt nicht davon
Genauso wenig wie das Abwaschmittel…
…der Wasserkocher…
…das „Chuechetröli“…
…die Bratpfanne…
…oder das Gitter der Fritteuse.
Zu guter Letzt musste auch noch die Lampe dran glauben 😉

Eine Armee ohne Soldaten?

Die letzten Tage waren wir in Nes, in der Nähe von Borgarnes (ca. eine Stunde Autofahrt von Reykjavík entfernt). Wir haben dort eine Art „Soldatenkurs“ gemacht. Aber es war Keiner im herkömmlichen Sinn. Ein junges isländisch-norwegisches Offiziersehepaar kam zu uns, um mit uns darüber auszutauschen, was es bedeutet, ein Soldat der Heilsarmee zu sein. Wir schauten uns die 11 Glaubensartikel der Heilsarmee genauer an und das Soldatengelübde. Auch über die Uniform, die Sakramente und warum wir sie in der Heilsarmee nicht praktizieren, haben wir gesprochen.

Es war weniger trockener Frontalunterricht als vielmehr ein gemeinsames Herausfinden. Thea und Andreas Welander waren sehr gut vorbereitet, haben uns viele kritische Fragen gestellt, uns herausgefordert und viel Hintergrundwissen mitgebracht. Ich habe es total genossen, eine Auffrischung darüber zu haben, was es bedeutet ein Soldat der Heilsarmee zu sein. Es ist ja doch schon fast 7 Jahre her, seit ich mich entschieden habe, das Soldatengelübde abzulegen. Ich persönlich wurde neu motiviert, gegen das Böse in dieser Welt zu kämpfen, nicht aufzugeben und mich immer wieder neu bei Gott füllen zu lassen.

Der Frage im Titel haben wir uns auch gewidmet. Was wäre die Heilsarmee ohne Soldaten? Was macht uns zu einer Armee und wer ist unser Feind? Ich habe keine Ahnung, was du darüber denkst, aber vielleicht wäre es wert, dir diese Fragen mal zu stellen.

Wir hatten den Auftrag, unser Verständnis davon, was Heilssoldat-Sein bedeutet, in einem Bild festzuhalten. Mein Bild sieht so aus:

Es soll darstellen, dass ich mich immer wieder von Gott füllen lassen will, indem ich die Beziehung zu ihm lebe. Wenn ich von ihm erfüllt bin, kann ich Menschen dienen.

Neben vielen Gesprächen und Lernen kam auch der Spass nicht zu kurz! Wir haben einen halben Tag lang die Umgebung angesehen und am ersten Tag im wahrsten Sinne des Wortes das Eis gebrochen 😉

Eisbrecher am Werk

Das Ergebnis sieht dann etwa so aus 😉

Der Ausflug zum „Barnafoss“ (sprich „Bardnafoss“, bedeutet „Wasserfall der Kinder“) war eindrücklich. Der Wasserfall hat seinen Namen einer traurigen Geschichte zu „verdanken“. Eine Familie war bei Freunden zu einem Weihnachtsessen eingeladen, liess aber zwei Kinder zu Hause. Als der Rest der Familie zurückkehrte, waren sie nicht mehr da. Sie folgten den Spuren, welche zum Wasserfall führten. Die Kinder wollten den Fluss mit Hilfe des natürlichen Steinbogens überqueren, der sich darüberspannte. Sie fielen aber hinein und ertranken… Die Mutter der Kinder liess daraufhin den Steinbogen zerstören, damit nicht noch mehr Menschen in die Tiefe fielen.

Über diese tosenden Wassermassen spannte sich einst ein Steinbogen

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Fasnacht auf Isländisch

Ja, stell dir vor: Auch in Island wird Fasnacht gefeiert! Allerdings komplett anders als in der Schweiz. Kindergesänge statt Guggenmusik und viiiiiiel traditionelles Essen. Es sind drei wichtige Tage die nicht unbedingt einen Zusammenhang haben. Die drei Tage Montag und Dienstag vor Aschermittwoch und der Aschermittwoch selber werden jeweils individuell begangen. Leider kenne ich die genauen Hintergründe der Feiertage nicht, ich weiss nur, dass am „Sprengidagur“ Fleisch bis zum Platzen gegessen wird, weil am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Das Fasten vor Ostern ist allerdings etwas in den Hintergrund gerückt und man begeht die Feiertage gerne ohne die folgende Fastenzeit.

Der Montag ist der „Bolludagur“ (sprich: „Bollüdagür“). An diesem Tag werden spezielle Kugeln mit Rahmfüllung, sogenannte „rjómabollur“ (sprich: „rjoumabollür“) gegessen. Auch Berliner und andere süsse Backwaren in Kugelform sind am „Bolludagur“ willkommen 🙂

Traditionelle „rjómabollur“ mit Schokoladenhaube und Rahm-Confitürefüllung

Der Dienstag ist „Sprengidagur“ (sprich: „s-prenggidagür“), der so heisst, weil man isst, bis man platzt. Und zwar nicht irgendetwas, sondern „saltkjöt“ (gesalzenes Fleisch). Wir haben diesen Tag in unserem Team nicht wirklich gefeiert, daher hier ein Foto aus dem Internet, wie dies ungefähr aussieht:

Saltkjöt og baunir, wie es traditionell am Sprengidagur gegessen wird
Quelle: https://www.vino.is/wp-content/uploads/2017/02/saltkjotbaunir-1024×768.jpg

Der Höhepunkt der ganzen Festlichkeiten ist der Aschermittwoch, in Island „Öskudagur“ (sprich: „Ösküdagür“) genannt. Die Kinder verkleiden sich an diesem Tag und singen in verschiedenen Läden und Firmen, um Süssigkeiten zu erhalten. In Akureyri haben die Kinder schulfrei und das Singen beginnt bereits um 7:00 morgens. Die Bilder von diesem Tag liefere ich nach, sobald ich welche habe 😉

Hier nun die Bilder:

Wir waren Sunnas Unterstützung und haben uns auch verkleidet 🙂 Ich bin ein wunderschöner Schmetterling! 😀
Foto Herdís

Unterwegs trafen wir auf Kinder in originellen Verkleidungen 😀 In der Mitte ist Rakel als Getränkeverpackung 😀

Sunna und ihre Ausbeute 🙂