Bibelwochenende in Vatnaskógur

Das letzte Wochenende haben wir in Vatnaskógur (sprich: Watnaskougür), ungefähr eine Stunde Autofahrt ausserhalb von Reykjavík, verbracht. Der Name des Orts bedeutet wörtlich übersetzt „Wasserwald“ oder „Seewald“, da die Wörter „Wasser“ und „See“ beide mit „vatn“ übersetzt werden. Die Bezeichunung für diesen Ort ist nicht ganz falsch, hat es doch direkt beim Haus einen See und sogar ein paar Bäume 😉 Aber als Wald würde ich dies nicht bezeichnen… Leider war das Wetter regnerisch und kalt, so dass wir die Umgebung nicht wirklich erkundet haben. Es ging in erster Linie auch nicht um die Landschaft, sondern um den Inhalt des Wochenendes 🙂

Das Gebäude mit den Schlafräumen und dem Plenumsraum
Das Gebäude, in dem wir assen.

Es war ein Wochenende der Heilsarmee Island, mit ca. 50 Teilnehmer (inklusive Kinder) aus den drei Korps Reykjanesbær, Reykjavík und Akureyri. Wir waren eine bunt durchmischte Gruppe von Leuten aus allen Alterskategorien und es war spannend, zu sehen, wie die unterschiedlichsten Menschen zusammen Gott anbeten und von ihm lernen.

Ich war sehr positiv überrascht von diesem Wochenende! Ich hatte kaum Erwartungen, aber es war einfach genial! Sehr inspirierend und ermutigend! Das Referentenehepaar Paul und Jane Waters haben sich sehr gut vorbereitet und viel Zeit investiert, das hat man gemerkt. Das Thema war „3:16 Why?“ in Anspielung auf den Vers im Johannesevangelium Kapitel 3 Vers 16: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Die grosse Frage war: „Warum hat Gott das getan?“ Und die Antwort ist: Liebe. Er liebt uns Menschen so sehr, dass er alles für uns aufgegeben hat.
Ich habe sehr von diesem Wochenende, den Gesprächen und der Gemeinschaft profitiert. Ausserdem hatten wir eine Menge Spass und konnten am Samstagnachmittag in einem „heitturpottur“ (sprich: heyhtürpohtür) baden. Suuuuper entspannend 🙂

Aron (Herdís‘ Mann) hat die Liederblätter für mich kopiert. Und sein Gesicht gleich mit 😀

Opið hús

Heute hatten wir die erbetenen 10 Kinder im „opið hús“! Ich freue mich extrem!! Viele dieser Kinder kommen aus sozial schwachen und zerrütteten Familien. Gerade für diese Kinder wollen wir einen sicheren Ort bieten,  wo sie einfach Kinder sein dürfen und sich wohl fühlen. Mein isländisch profitiert sehr von den Kindern 🙂 Die meisten können zwar ein bisschen englisch, aber ich habe ihnen gesagt, dass sie isländisch mit mir sprechen sollen. Oft muss ich nachfragen und manchmal verstehe ich es auch nach dem 3. oder 4. Mal noch nicht, aber die Kinder haben oft viiiiel Geduld und irgendwie klappt die Kommunikation immer 🙂
Ich hoffe sehr, dass die Kinder, welche bis jetzt gekommen sind, weiterhin kommen. Für Halloween haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Wir veranstalten eine „Halló vin“-Party, was soviel wie „Hallo Freund“ bedeutet. Ich finde das Wortspiel super und freue mich darauf, den Kindern eine Alternative zum gruseligen und okkulten „Spiel“ aufzuzeigen.

Die Kinder lauschen der Geschichte von Zachäus
Beim „Zytig läse“- Spiel auf isländische Art: mit Hindernissen 🙂

Wunderbarer Sonntag

Der Sonntag war ein Tag mit lauter schönen Erlebnissen 🙂 Zuerst habe ich ausgeschlafen, da wir erst am Abend Gottesdienst hatten. Um 13:00 starteten wir mit Unihockey, das hat grossen Spass gemacht! Wir waren sehr viele Leute, so dass wir drei Teams gemacht haben. Meistens sind wir zwischen 6-10 Leute, gestern waren es um die 20 😀 Ich habe meistens mit Herdís, Kolla, Elfar (sprich Elwar) und Aron gespielt. Aron war unser Torhüter und da er Eishockeygoalie ist, war es für die Gegner schwierig ein Tor zu schiessen. So haben wir manchmal Aron gegen Ólafur (sprich Oulawür) getauscht. Ólafur ist einer der Teenager in der Heilsarmee. Er ist 14 Jahre alt aber über 1.80m gross! Manchmal wird er überschätzt, weil er älter aussieht als er ist. Er ist ein riesiger Teddybär, mit einem weichen Herzen 🙂

Nach dem Unihockey habe ich schnell geduscht und mich bereit gemacht für ein klassisches Konzert, das ich mit unserer Offizierin Birna besuchte. „Unsere“ beiden estnischen Profimusiker, Risto und Tiiu Laur, haben bei einem Konzert im „Hof“ (kulturelles Zentrum von Akureyri) mitgemacht. Das Konzert fand unter dem Namen „Hljómur Eistlands“ (Estnische Klänge) statt. Risto hat als Pianist und Komponist eines Stücks gewirkt und Tiiu als Solosängerin eines Stücks. Es war wunderbar! Nach dem Konzert war ich voller positiver Emotionen, bin fast nach Hause geschwebt! 🙂

Wieder zu Hause stieg mir der Duft des Abendessens in die Nase. Lára hat Reis und Poulet an einer Mangochutney-Sauce gekocht. Es war seeeehr lecker!
Und dann machten wir uns auf den Weg in die Heilsarmee, zum Abendgottesdienst. Im letzten Beitrag habe ich geschrieben, dass meine Spezialaufgabe für diese Woche darin besteht, einen Bibeltext zu lesen und zu beten. Ich tat beides in isländisch, war unglaublich nervös und hatte danach Schweissperlen auf der Stirn. Aber ich habe es geschafft und ganz viele Komplimente bekommen! 🙂 Das hat mich natürlich sehr gefreut! Auch habe ich im Chörli mitgesungen, das den Lobpreis gestaltet hat. Mit Risto als Pianist und Tiiu als Chorleiterin. Die Beiden sind wirklich eine Bereicherung für die Heilsarmee in Akureyri!!

Ps: Es tut mir leid, dass ich nicht mehr so viele Fotos zu meinen Beiträgen habe… Leider denke ich nicht mehr so oft daran, Fotos zu machen…

Wochenrückblick

Heute gibt es einen Rückblick zur vergangenen Woche. Zuerst einmal: Wir haben einige Schwierigkeiten im Team, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Mir persönlich geht es sehr gut, daher kein Grund, sich Sorgen zu machen. 😀

Die vergangene Woche war Herdís mit den Teenagern, die nächstes Jahr konfirmiert werden, in Norwegen in einem Konfirmationslager. Sie fungierte dort als Übersetzerin für die isländischen und färöischen Teilnehmer.

Wir, als Dynamo-Team, hatten und haben immer noch verschiedene Aufgaben zu erledigen. Meine Aufgabe ist es, morgen im Gottesdienst einen Text aus der Bibel vorzulesen und zu beten. Ich möchte dies in isländisch tun, muss aber noch etwas üben 😉
Abgesehen von diesen Aufgaben war es eine ziemlich normale Woche. Wir halfen in den verschiedenen Programmen aus und waren manchmal auch einfach nur dabei. Da Ingvi und Hjördís (die Offiziere aus Reykjavík) hier in Akureyri zu Besuch waren, hat Hjördís am Montag mit uns eine Lektion zum Thema „Die Geschichte der Heilsarmee in Island“ gehalten. Es war sehr spannend und wir haben anschliessend die Unterschiede der Heilsarmee in den verschiedenen Ländern und die Herausforderungen, die eine solch grosse Organisation hat, diskutiert. Am Schluss hat sie noch ein Interview mit uns gehalten, das in der Weihnachtsausgabe des isländischen „Kriegsruf“ erscheinen wird. In Island hat die Heilsarmee nur zweimal im Jahr ein eigenes Magazin. Ansonsten erhalten sie die norwegische Ausgabe.

Im „opið hús“ am Dienstag waren 9 Kinder! 😀 Ich habe für 10 gebetet, fehlt nur noch eins 😉 Am Abend Unglingastarf (Teenagerclub), am Mittwoch „bæn og matur“ mit einer Art Milchreis, dazu Zimtzucker, Käse und isländische Leber- und Blutwurst (kalt, als eine Art Aufschnitt) und Brot. Es war lecker, obwohl die Würste nicht wirklich Geschmack hatten.
Am Abend Jugendgruppe, die zwei Strick-Mormonen kamen vorbei und nahmen Teil, das war echt witzig.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Hausarbeit. Wir haben zuerst die Heilsarmee von oben bis unten geputzt und danach bei uns zu Hause die Putz- und Hausarbeiten erledigt.

Das ist das Wichtigste dieser Woche 🙂 Ich melde mich wieder!

Ein ganz normaler Tag in Island…

Ja, dies passiert an einem ganz normalen Tag in Island.

Zuerst waren die Schafe „nur“ tot, danach wurde ihnen noch das Fell abgebrannt. Irgendwie finde ich es spannend, die Verarbeitungsschritte mitzuerleben. Aber von nun an werden wir wahrscheinlich nicht mehr allzuviel miterleben. Es war Zufall, dass wir genau heute zweimal an diesem Jeep vorbeigekommen sind.

Sport und so…

Die neue Woche hat begonnen 🙂 Vom üblichen Programm werde ich nicht allzu viel erzählen, ausser es geschieht etwas Besonderes. Gestern und heute haben wir eine freiwillige Einführung in Crossfit. Dies ist eine Art Sport zu treiben, die sehr viel beinhaltet. Ausdauer, Kraftübungen, Schnelligkeit und vieles mehr. Ich besuche die Einführung, bin aber nicht sicher, ob dies mir entspricht. Wahrscheinlich werde ich eher auf Joggen und Unihockey setzen. Ansonsten habe ich hier noch nicht so viel Sport getrieben… Es ist etwas komplizierter hier einen Trainingsplan einzuhalten, wenn das Programm von Woche zu Woche ändern kann. Aber ich habe mir vorgenommen, mindestens einmal die Woche joggen zu gehen und jeweils am Sonntag Unihockey zu spielen. Ich weiss, das ist sehr minimal, aber das heisst, es ist noch ausbaufähig 😉
Ich habe zum Abschluss des MissionTeam-Jahrs von der Heilsarmee Biel einen Gutschein für zwei Stunden reiten in der Nähe von Akureyri bekommen 🙂 Also werde ich noch eine weitere Gelegenheit haben, mich zu bewegen. Mal schauen, wann es passt für diesen Ausflug. Drea wird mich begleiten, das finde ich super!

Ansonsten bin ich fleissig am isländisch lernen. Dabei sein in den Programmen und nach und nach mehr Verantwortung übernehmen, ist immmer noch unsere Hauptaufgabe. Ich weiss noch nicht so recht, wo ich mich mehr investieren möchte. Aber es wird sich zeigen.

Tiefe Fragen und manchmal einfach nur Spass :)

Es ist wahnsinn, wie schnell die Zeit hier vergeht! Schon wieder habe ich eine ganze Reihe Erlebnisse, die ich mit dir teilen möchte 🙂
Am Dienstag hatten wir wieder opið hús für Kinder. Wir haben mit ihnen draussen und drinnen gespielt und ich habe ein bisschen mehr isländisch gelernt 🙂 Nach dem Kindertreff kamen die Teenager für den Teenagerclub. Mit ihnen haben wir ad hock Pictionary gespielt, da Siggi, der eigentlich verantwortlich ist, krank war. Es war super! Ich weiss nicht genau warum, aber ich liebe die Leute hier einfach! Ich liebe die Kinder und Teenager, die jungen Erwachsenen und die älteren bis alten Leute. Mein Herz ist voller Freude darüber, was hier noch alles geschehen kann! Vielleicht ist das unverständlich für dich, aber ich erlebe gerade eine übernatürliche Freude, die nicht erklärbar ist. Es ist super, denn ich weiss, dass ich am richtigen Ort bin und mich Gott hier gebrauchen kann!

Spiel und Spass mit den Kindern vom „opið hús“

Am Mittwoch haben wir mit einem Alpha-Kurs gestartet. Alpha-Kurse sind für Leute konzipiert, die sich die grossen Fragen des Lebens stellen und Antworten darauf suchen. Fragen wie „Wozu bin ich hier?“, „Was ist der Sinn des Lebens?“, „Wo komme ich her und wohin gehe ich?“, „Was ist echtes Leben?“ Diese und viele andere Fragen werden im Kurs behandelt. Ich freue mich, meine Erlebnisse mit Jesus und den Fakt, dass ER Leben im Überfluss gibt, mit anderen Menschen zu teilen. Falls es dich interessiert, findest du hier noch mehr Infos über Alpha: www.alphalive.ch

Natürlich beschäftigen wir uns nicht rund um die Uhr mit den tiefen Fragen des Lebens. Zwischendurch haben wir auch einfach nur Spass zusammen 😀 Zum Beispiel haben wir am Donnerstag selber Snickers gemacht. War super lecker! Die Idee hinter selbstgemachten Schleckereien ist, dass die Menschen hier in Akureyri einen etwas gesünderen Lebensstil entdecken. Ähnlich wie beim Unihockey. Viele Isländer bewegen sich wenig und ernähren sich ungesund, was dem Körper auf längere Zeit nicht zuträglich ist. Wir versuchen mit verschiedenen Angeboten eine Alternative zu ihrem bisherigen Lebensstil aufzuzeigen.
Und ein nächstes Projekt ist eine Spielesammlung, mit möglichst vielen Spielen für verschiedene Gruppengrössen und Alterskategorien. Das war sehr spannend und lustig!

Süssigkeiten selbstgemacht schmecken doppelt so lecker 😀
Auch die Kinder haben fleissig geholfen
Und das Ergebnis: selbstgemachte „Snickers“ 😀
Und die zweite Leckerei, die wir gemacht haben: Kleine Bälle aus Datteln und Mandeln mit Kokosraspeln rundherum *mjam*

Selbstverständlich hatten wir diese Woche auch wieder „bæn og matur“ (Gebet und Essen). Ich liebe es, an diesen Anlässen isländische Spezialitäten kosten zu können! Zu Hause sind es entweder Drea oder ich, die kochen. Drea kocht super, aber sie ist Norwegerin und kennt die isländischen Spezialitäten ungefähr so gut wie ich… Darum freue ich mich immer auf den Mittwochmittag 🙂 Diesmal hat Hannes, unser Offizier, gekocht. Es gab eine Art Fischküchlein, in der Konsistenz und im Aussehen wie Kartoffelpuffer, dazu Kartoffeln (geschält und im Ofen gebacken) und eine Zwiebelsauce mit kleinen Garnelen. Ich mag Garnelen nicht… Aber der Rest war lecker 😀

 

Hertex, lambalæri und innibandi

Was genau machen wir vom Dynamo-Team eigentlich in Island? Vieles davon wissen wir noch nicht. Aber wir haben viele Ziele. Einerseits wollen wir hier Gottes Reich bauen und die Heilsarmee ganz praktisch unterstützen, andererseits als Leiter wachsen und uns persönlich und im Glauben weiterentwickeln. Dynamo ist eine Art Jüngerschaftsschule, mit dem Schwerpunkt Leiterschaft. Wir haben verschiedene Lektionen, eher im Stil „Blockunterricht“, und aber auch praktische Einsätze. Im Moment sind wir immer noch dabei, die verschiedenen Aktivitäten der Heilsarmee in Akureyri kennenzulernen und zu überlegen, in welchem Bereich wir uns vorstellen könnten, Verantwortung zu übernehmen.

Letzten Freitag haben wir zum Beispiel in der Hertex (Brocki) ausgeholfen und haben eine ganze Wand mit pinken und rosaroten Artikeln dekoriert. Dies hat einen ganz bestimmten Grund. Und zwar ist der Monat Oktober dem Kampf gegen Brustkrebs gewidmet. Die Leute, die bei Hertex einkaufen gehen, sollen für dieses Thema sensibilisiert werden. Auch die Kleiderpuppen haben wir so gut wie möglich mit rosa und pinken Kleidern angezogen.
Mir hat die Arbeit bei Hertex sehr gut gefallen! Und ich habe nebenbei noch eine Winterjacke, eine Latzhose und ein Top mit Schmetterlingen gekauft 😉

Meine neue Winterjacke von Hertex 😀
Latzhose und Top 🙂

Am Samstag hat Lára für uns ein typisch isländisches Gericht gekocht. Wir haben jeweils einen Tag, an dem wir unser Herkunftsland vorstellen. Lára war am Samstag dran und da sie Isländerin ist, hat sie „Lambalæri“ (sprich: „lambbaläiri“, Lammschenkel) gekocht. Es war sehr lecker! Dazu gab es Kartoffeln (wir würden in der Schweiz „Gschwellti“ dazu sagen), Maiskörner und Erbsen. Wir haben auch isländische Musik gehört. Erla, die bei uns zu Besuch war und Lára beim Kochen geholfen hat, sagte, dass es sich wie Weihnachten anfühlt.
Auch ich werde mal dran sein, die Schweiz vorzustellen. Mal schauen, was ich kochen könnte. Fondue und Raclette fallen leider weg, da Lára Käse nicht gut verträgt. Für Ludwig sollte es etwas mit Fleisch sein. Vielleicht hast du ja eine gute Idee?

Lambalæri

Am Sonntag haben wir nach dem Gottesdienst Unihockey (isländisch: „innibandi“) gespielt. Dies ist eine Art, die Leute in Island zu mehr Sport zu bewegen. Die Heilsarmee hat die Sporthalle einer Schule gemietet und wir spielen jeden Sonntag von 13:00-14:00 dort Unihockey. Für alle die kommen möchten, ist es gratis. Es hat super Spass gemacht, aber jetzt spüre ich Muskeln, die ich normalerweise nicht spüre…

Grosser Einsatz von allen
Torschuss für mein Team 😀